Wieder in der Liga der Amateure

Sportlich war die erste Saison des Handballclubs Arbon in der höchsten Schweizer Liga zwar ernüchternd. Finanziell aber musste der Verein nicht bluten. Darum war an der Hauptversammlung Katzenjammer nicht angesagt.

Bruno Eicher
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An Erfahrung gewonnen: Fabian Gunziger (r.) bleibt beim Derby gegen Otmar im Seeparksaal hängen. (Archivbild: Reto Martin)

An Erfahrung gewonnen: Fabian Gunziger (r.) bleibt beim Derby gegen Otmar im Seeparksaal hängen. (Archivbild: Reto Martin)

arbon. Obwohl der überraschende letztjährige Aufstieg beträchtliche Mehrkosten verursachte, konnte das geplante Budgetdefizit um die Hälfte unterschritten werden, gab Präsident Christoph Tobler Einblick in die Rechnung. Der sportliche Misserfolg drückte sich zwar in der Rangliste aus, doch ist man überzeugt, von den gemachten Erfahrungen in Zukunft profitieren zu können. Man hätte nun gesehen, wo noch Defizite vorhanden seien, und werde kontinuierlich daran arbeiten.

Lehrgeld bezahlt

Nach dem direkten Durchmarsch von der 1. Liga in die NLA sei man sich um die Schwere der Aufgabe bewusst gewesen und hätte sich nur ganz kleine Hoffnungen auf den Ligaerhalt gemacht. «Nun hat man Lehrgeld bezahlen müssen.» Auch wenn man keine Punkte aufs Konto schreiben konnte, habe es immer wieder kleine Erfolgserlebnisse gegeben. In Erinnerung bleibt so die tolle Stimmung beim Derby gegen St. Otmar. Er ist überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, keine Experimente zu wagen, und die Strukturen nicht vollumfänglich in den professionellen Bereich zu verschieben. Man möchte auch in den nächsten Jahren als Amateurclub in Erscheinung treten und sich nach Möglichkeit im Mittelfeld der NLB etablieren – ohne Gedanken auf einen Wiederaufstieg. Die Voraussetzungen dazu sind gegeben, denn zwei Drittel des letztjährigen Kaders der ersten Mannschaft wird beisammenbleiben. Dazu kommen acht Neuverpflichtungen. Davon fünf externe Spieler, und dazu eigene Nachwuchsleute. Grosse Hoffnung setzt man dabei in etwa auf Raphael Eberle. Der 15-Jährige wurde letztes Jahr in seiner Altersklasse überlegen Torschützenkönig und erhielt auch schon ein Aufgebot in die U17-Nationalmannschaft.

Grosses Potenzial

Über die vergangene Saison konnte jedoch im sportlichen Bereich bei anderen Teams des HCA eine positive Bilanz gezogen werden. Die Damen wurden Ostschweizer Meister und schafften den Aufstieg in die 1. Liga, was letztmals vor 20 Jahren der Fall war. Die männliche U15-Equipe wird auch weiterhin in der Inter-Kategorie spielen und darf von sich behaupten, in der letzten Saison die sechstbeste Mannschaft der Schweiz gewesen zu sein. Die Herren U19 schafften es bis in den Final der Ostschweizer Meisterschaft und verpassten den Aufstieg in die höchste Kategorie nur mit viel Pech ganz knapp.

Neue Sporthalle kommt

Auch in anderen Bereichen sieht die Zukunft des Arboner Handballs positiv aus. Nach einer überwältigenden Zustimmung des Stimmvolkes nimmt die neue Sporthalle langsam Konturen an. Zudem hat sich der Kanton Thurgau positiv zu einer geplanten Sporttagesschule in Sachen Handball geäussert. Dieses Projekt wird von der Sekundarschulgemeinde Arbon aufgelistet und seitens des HCA von Markus Frei begleitet. In diesem Zusammenhang wäre es für den Handballclub wichtig, wenn der momentan vakante Sitz eines Nachwuchschefs wieder besetzt werden könnte. Neu für den Vorstand konnten hingegen André Mägert (Koordination Damen) und Daniela Bommer (Sponsoring Damen) gewonnen werden. Zudem wurde dem langjährigen Spieler und Funktionär Andy da Ros für seine Verdienste die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Schiedsrichter gesucht

Der HCA verfügt momentan über ein Eigenkapital von 55 000 Franken. Für das neue Jahr rechnet man jedoch mit einem Defizit von 26 000 Franken, was die Reserven erneut schrumpfen liesse. So wies der Präsident daher auch auf einige Punkte hin, wo noch Sparpotenzial vorhanden sei. Er erwähnte dabei besonders die Aufwendungen von mehreren tausend Franken für Bussen, welche dem Verband entrichtet werden mussten, weil man zu wenig Schiedsrichter stellen konnte.

Enver Koso Trainer

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