Wie weiter in Klein Venedig?

Nach dem Konstanzer Nein zum KKH ist auf Klein Venedig auch ein Parkhaus für längere Zeit nicht realisierbar. Die Bahnunterführung auf deutscher Seite wird jedoch weitergeplant.

Urs Brüschweiler
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Der Bahnübergang auf Konstanzer Seite (im Hintergrund) soll zur Unterführung werden. (Bild: Nana do Carmo)

Der Bahnübergang auf Konstanzer Seite (im Hintergrund) soll zur Unterführung werden. (Bild: Nana do Carmo)

Kreuzlingen/Konstanz. Kurt Werner, der Konstanzer Baubürgermeister, wäre gestern gerne mit einem anderen Ergebnis nach Kreuzlingen gekommen. «Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht – weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreicht.» Mit diesem Zitat fasste er am Mittwochabend beim Quartierverein Bodan seine Enttäuschung darüber in Worte, dass die Stimmbürger das Konzert- und Kongresshaus (KKH) auf Klein Venedig abgelehnt haben.

Standort wäre gut gewesen

Nach wie vor sei man in der Verwaltung der Meinung, der Standort in der Konstanzer Bucht wäre geeignet gewesen. Der Stadtrat werde sich nun neue Perspektiven überlegen. «Der Wunsch nach einem Konzerthaus ist da, wie, wo und wann ist aber völlig offen.» Werner betonte auch, dass für die Philharmonie ein neuer Ort gefunden werden müsste, auch im Hinblick auf das Jubiläum des Konzils im 2014.

Von Seiten eines Quartierverein-Mitglieds wurde der Baubürgermeister gefragt, ob man denn das Hotel, das von einem privaten Investor finanziert worden wäre, nicht trotzdem bauen könne. «Das lohnt sich nicht, ohne das KKH», antwortete Werner.

Ausserdem seien mit dem Gesamtprojekt nicht nur die Kosten von 48 Millionen Euro verworfen worden, sondern auch der Nutzungsplan. Dies bedeute, dass auch das Hotel und das Parkhaus «sicher für drei Jahre gestorben sind».

Die Planungen für eine Erweiterung Lago-Parkhauses liefen dafür aber weiter. Rund 220 zusätzliche Stellplätze seien vorgesehen, mittels einer Verlängerung des Gebäudes. Darüber müsse jedoch noch der Konstanzer Gemeinderat entscheiden.

Was auf Klein Venedig trotzdem realisiert werden soll, ist die Bahnunterführung gleich neben der Grenze auf deutscher Seite. «Wir wollen das machen», sagte Kurt Werner. Es handle sich dabei um eine Massnahme, um beschränkte Übergänge zu vermeiden.

Dadurch könne man mit Fördergeldern von Bund und Bahn rechnen und ein vereinfachtes Planungs- und Genehmigungsverfahren durchführen.

Auf acht Millionen Euro werden die Kosten dafür heute geschätzt. «Wir werden diese Planungen jetzt konkretisieren, sehen, wie sich die Kosten und Beiträge entwickeln und dann die Entscheidung fällen.»

Hätten profitieren können

Der Kreuzlinger Stadtrat Michael Dörflinger, der dem Quartierverein Bodan am Mittwoch ebenfalls Red und Antwort stand, war der Meinung, Kreuzlingen hätte sowohl vom KKH als auch vom Parkhaus profitieren können, und das dazu noch «ohne, dass es uns etwas gekostet hätte». Auf die Frage, ob denn der Bahnübergang Freiestrasse nicht mit der Unterführung auf deutscher Seite verbunden werden könne, meinte er «eher nein».

Man sei zwar offen für Gespräche mit Konstanz, das Problem sei jedoch, dass dies einer Öffnung des Grenzübergangs für den motorisierten Verkehr gleichkomme. Vielleicht gebe es aber eine gemeinsame Lösung für den langsamen Verkehr.

Optische Aufwertung

Aus den Reihen des Quartiervereins kam zudem die Forderung, gegen die optisch schlechte Situation auf Klein Venedig – auf beiden Seiten der Grenze – etwas zu unternehmen. Dörflinger sagte, damit spreche man ihm aus dem Herzen.

Er werde gemeinsam mit Kurt Werner besprechen, wie man hier kurzfristig eine visuelle Verschönerung der Brachflächen erreichen könne.

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