Wie viel wert ist die Kultur?

ARBON. Im Dezember wird der Stadtrat den Entwurf eines neuen Kulturkonzeptes beraten. Das hat Vizestadtpräsident Patrick Hug im Parlament angekündigt.

Max Eichenberger
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Bis Ende Frühjahr 2016 soll laut Patrick Hug das neue Kulturkonzept vom Stadtrat verabschiedet werden. Ruth Erat (SP) hatte im Stadtparlament einen Vorstoss eingereicht und dafür geworben, «dem Arboner Kulturleben Sorge zu tragen».

Kultur als Standortfaktor

Kultur sei ein Standortfaktor, sagt das SP-Fraktionsmitglied. Es gebe aktive Organisationen und Menschen, die mit ihren kulturellen Beiträgen das Leben bereichern und Freude machen. Grillentanz und «Usestuehlete» seien neue Pflänzchen. «Sie haben es verdient, dass man sie wertschätzt und unterstützt», betont sie in der Diskussion. Und weist auf Projekte hin, die in der Pipeline sind, um das Kulturleben weiterzuentwickeln.

Mit Blick auf das geplante Kulturzentrum im Presswerk meint sie, dass ein Ort auch für junge Kultur bezahlbar sein müsse und es dazu einer Finanzplanung bedürfe. So sollte die umgepolte vertragliche Zusicherung von HRS (300 000 Franken in fünf Jahrestranchen statt Zurverfügungstellung von zwei Räumen) nachgebessert werden.

Auch Kaspar Hug (CVP), der die private Initiative der Kulturzentrum Presswerk AG begrüsst, fragt sich, was nach den fünf Jahren mit dem Kulturfonds passiere. Die 200 000 Franken, welche die Stadt heute jährlich für kulturelle Zwecke ausgebe, seien sicherlich kein Klecks. «Ohne Beiträge wären aber einige kulturelle Veranstaltung gar nicht realisierbar», gibt er zu bedenken.

«Kein Notstand»

Roland Schöni (SVP) ortet «keinen Notstand im Bereich der Kultur». Die Unterstützung und das Raumangebot seien ausreichend. Es sei richtig, dass die Stadt ihre Mittel sorgsam einsetze. Weitergehendes Engagement und Wünsche könne man sich angesichts der prekären Finanzlage der Stadt nicht mehr leisten. Das sagt Schöni im Blick auf Bestrebungen, im Burkhardt-Haus wieder «eine kulturelle Grossbaustelle zu eröffnen». Die Initiative sei löblich. Finanziert werden sollten Projekte aber auf privater Basis und nicht über das Portemonnaie der Stadt.

Unterstützung für Kulturzentrum

Stadtrat Patrick Hug sichert zu, dass die Stadt die Projektverantwortlichen der Kulturzentrum Presswerk AG bei der Mittelbeschaffung und in den Verhandlungen mit HRS sowie im Baubewilligungsverfahren unterstützen werde. Ob und wie der Kulturfonds nach Ablauf der fünf Jahre weiter gespiesen werden kann, sei «zum heutigen Zeitpunkt noch offen». Im übrigen bedauert Hug, «dass oftmals Kulturveranstaltungen in Arbon nicht die Resonanz finden, die sie eigentlich verdienten». Da sei «eine intensivere Bewerbung der Anlässe gefragt».