Wie eine Konservendose geöffnet

AMRISWIL. Eine Kaderübung der Feuerwehr des Stützpunkts Amriswil sorgte auf dem Amriswiler Marktplatz für Spektakel. Die Feuerwehrleute mussten Scheiben einschlagen, Fahrzeuge aufschneiden und Autodächer abheben.

Barbara Hettich
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Mit vereinten Kräften retten die Feuerwehrleute die Verletzten aus dem Auto. (Bild: Barbara Hettich)

Mit vereinten Kräften retten die Feuerwehrleute die Verletzten aus dem Auto. (Bild: Barbara Hettich)

Mit Sirene und Blaulicht fährt die Feuerwehr auf den Marktplatz. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung sind die Einsatzkräfte vor Ort und treffen folgende Situation an: Ein Auto liegt auf dem Dach zwischen zwei Blumenkübeln, ein anderes steht eingequetscht zwischen Blumenkübel und Baum. Keine Chance für den Rettungsdienst die Verletzten aus den beiden Unfallwagen zu bergen, die Türen gehen nicht auf. «Keine unübliche Unfallsituation», sagt Polizist Guido Zürcher, der mit seinem Kollegen die Übung auf der Strasse der Feuerwehr des Stützpunkts Amriswil mit grossem Interesse mitverfolgt.

Jeder Handgriff sitzt

Schnell hat der Frontchef der Feuerwehr Amriswil die Situation erfasst. Unter seinem Kommando werden die Autos mit Keilen stabilisiert, Autobatterien abgehängt und Airbags gesichert, während jeweils ein Feuerwehrmann beruhigend mit den Verletzten, respektiv mit dem Probanden, spricht.

Schnell sind die schweren Gerätschaften ausgeladen und es wird ruhig Hand in Hand gearbeitet. Beim Fahrzeug, das auf dem Dach liegt, schafft man sich Zugang über das Rückfenster. Die Scheibe wird gekonnt eingeschlagen, ein Feuerwehrmann kriecht ins Innere und befestigt einen hydraulischen Zylinder. Nachdem der Fahrzeugrahmen an den richtigen Stellen mit der Zange zertrennt ist, wird das Auto aufgespreizt, bis die Feuerwehrmänner genügend Raum haben, um den Verletzten – respektive die Stoffpuppe – aus den Gurten zu nehmen und über das Rettungsbrett nach draussen zu schieben. «Ich kann jetzt ganz einfach geraden Hauptes in das Unfallauto reinspazieren», sagt ein Feuerwehrmann und ist selbst ganz verblüfft.

Die Verletzten werden geborgen

Beim zweiten Wagen geht die Rettung etwas einfacher vonstatten. Mit vereinten Kräften wird das Dach abgehoben, nachdem es vom Rahmen abgetrennt ist. Der Kopf des Probanden wird stabilisiert und ein Rettungsbrett unter den Rücken geschoben. Rund eine halbe Stunde nach der Alarmierung liegen die Verletzten auf den Bahren des Rettungswagens und die Feuerwehrübung ist abgeschlossen.

Minuten werden zu Stunden

Unter den Zuschauern, die der Feuerwehrübung am Samstagmorgen beigewohnt haben, ist auch der Amriswiler Gemeindeammann Martin Salvisberg. «Ich bin dankbar, dass sich die Feuerwehrleute an einem Samstag Zeit für eine Übung nehmen», sagt er. Wer selbst einmal in einen Unfall involviert war, wisse, wie wichtig eine schnelle Rettung sein könne: «Minuten können dann zu Stunden werden.»

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