Widerstand verschoben

«Die Absage kam heute morgen aus Frauenfeld.» Ein empörtes Raunen ging durch die Menge, als Stefan Zbornik bekanntgab, dass die Leute umsonst gekommen waren.

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Das Beste gemacht aus der Situation: Nach der Absage des Augenscheins gab es eine Spontan-Demo. (Bild: Urs Brüschweiler)

Das Beste gemacht aus der Situation: Nach der Absage des Augenscheins gab es eine Spontan-Demo. (Bild: Urs Brüschweiler)

«Die Absage kam heute morgen aus Frauenfeld.» Ein empörtes Raunen ging durch die Menge, als Stefan Zbornik bekanntgab, dass die Leute umsonst gekommen waren.

45 Mobilfunk-Gegner hatten sich am Dienstagnachmittag an der Emil-Bächler-Strasse 3 versammelt, vor dem Wohnblock, auf welchem Sunrise eine neue Handy-Antenne bauen will. Mehrere hundert Einsprachen waren gegen das umstrittene Projekt eingegangen, rund 150 Betroffene haben sich auch am Rekurs beteiligt. Das kantonale Departement für Bau und Umwelt hatte auf den 6. September einen Termin für einen Augenschein angesetzt. Sunrise sollte kommen, Stadtrat Michael Dörflinger und der Rechtsanwalt der Rekurrenten. Um Druck auszuüben, hatten die Rekurrenten möglichst viele Projektgegner herbeigerufen. Mit Kind und Kegel waren die Betroffenen dem Ruf gefolgt.

Entsprechend enttäuscht waren diese im ersten Moment, als sie von der Absage des Termins erfuhren. Böses vermute man dahinter aber nicht, sagte Jost Rüegg, einer der Wortführer des Widerstandes. Ein krankheitsbedingter Ausfall stecke dahinter, und man hätte in der kurzen Zeit nicht mehr alle Eingeladenen informieren können, sagte Stefan Zbornik, der Präsident der IG Strahlungsfreies Kreuzlingen. Es dauere jetzt aber ein bis zwei Monate bis zum nächsten Termin.

Die Mobilfunk-Kritiker nutzten ihr Treffen dann doch noch, um ihre Abneigung gegen die Antenne auf dem Wohnblock zu bekräftigen. Die Leistung des geplanten Mobilfunk-Masten sei viel zu hoch und generell gehörten diese nicht in Wohngebiete.

Urs Brüschweiler

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