WERTBÜHL: Ein Kameruner namens Fredy

Fredy Gansner hat einen erfolgreichen Afrika-Einsatz hinter sich. Auch der Frauenfelder Beat Keller engagiert sich für Menschen. Am Herbstfrühstück referierten sie über ihre Arbeit.

Monika Wick
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Fredy Gansner und Beat Keller referierten am Herbstfrühstück im Pfarreiheim im Wertbühl. (Bild: Monika Wick)

Fredy Gansner und Beat Keller referierten am Herbstfrühstück im Pfarreiheim im Wertbühl. (Bild: Monika Wick)

WERTBÜHL. Eine Schreckensmeldung aus den Kriegsgebieten jagt die andere. Das Schicksal der betroffenen Menschen bewegt die einen mehr, die anderen weniger. Zwei Männer, die sich intensiv mit Menschen in Not beschäftigen, sind Fredy Gansner aus Rothenhausen und der Frauenfelder Beat Keller. Im Rahmen des Herbstfrühstücks der Frauengemeinschaft Wertbühl-Schönholzerswilen vom Samstag im Pfarreiheim auf dem Wertbühl referierten die beiden vor etwa 30 Zuhörern zum Thema «Menschen in Not: Hilfe vor Ort oder Hilfe in der Schweiz?» über ihr Tätigkeitsfeld.

Den Auftakt machte Fredy Gansner. Der Rentner aus Rothenhausen absolvierte während drei Monaten einen Sozialeinsatz in Kamerun. Seine Unterkunft befand sich auf einer Missionsstation in Maltam, wo sich eine Mutter-Kind- sowie eine Augenklinik befinden. Neben den vielen Gebeten, die er für Hilfsbedürftige sprach, hat Gansner tatkräftig mit angepackt. Während er in kniehohem Wasser stand, hat er Reishalme eingepflanzt oder den Bau von Wasserkanälen in einem zehn Hektar grossen Feld angeleitet. Zur Untermalung seiner Ausführungen hatte Fredy Gansner am Samstag immer ein passendes Bild bereit. Für Entsetzen sorgte das Bild, das eine Fleischtheke auf einem Markt zeigte. Die rohe Ware lag in der prallen Sonne auf zerplatzten Kacheln. «Als ehemaliger Kassier vom Schlachthaus, der die hiesigen Vorgaben kennt, musste ich zweimal leer schlucken», sagte der Referent.

Den Sohn nach dem Helfer getauft

«Einmal bin ich auf dem Markt einer Frau begegnet, die einen bedrückten Eindruck machte. Ich habe ihr angeboten, dass sie sich alles aussuchen dürfe, was sie sich wünsche, und ich die Rechnung begleiche», sagte Gansner. So habe er für umgerechnet fünf Schweizer Franken die Frau glücklich machen können. Seine Art, den Menschen in Kamerun zu helfen, fand Anklang. Eine Frau taufte sogar ihren neugeborenen Sohn aus Dankbarkeit auf den Namen Fredy. «Bei dem, was ich zu sagen habe, geht es weniger romantisch und abenteuerlich zu», begann Beat Keller sein Referat. Der Frauenfelder ist stellvertretender Gesamtleiter der Peregrina-Stiftung, die sich um Flüchtlinge kümmert, die den Weg in die Schweiz gefunden haben. In seinem Vortrag am Samstag stellte Beat Keller die Arbeit der 1985 gegründeten Organisation vor, die die Durchgangsheime für die Asylsuchenden im Kanton Thurgau führt. «Seit 2010 ist die Peregrina-Stiftung auch für die Begleitung von vorläufig aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen zuständig», sagte Beat Keller. Ziele ihrer Bemühungen seien die sprachliche und soziale Integration sowie das Erreichen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit.