Wer zahlen will, muss warten

MÜNSTERLINGEN. Die neuen Ticketautomaten beim Parkplatz des Kantonsspitals Münsterlingen stellen die Geduld der Besucher auf die Probe. Die Geräte arbeiten so langsam, dass sich Warteschlangen bilden. Die Verantwortlichen versprechen Besserung.

Michèle Vaterlaus
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Die Ticketautomaten des Kantonsspitals Münsterlingen arbeiten langsam. Tafeln weisen auf weitere Automaten in der Lobby hin. (Bild: Reto Martin)

Die Ticketautomaten des Kantonsspitals Münsterlingen arbeiten langsam. Tafeln weisen auf weitere Automaten in der Lobby hin. (Bild: Reto Martin)

«Bitte warten . . .» steht auf dem Automaten, an dem die Besucher des Kantonsspitals Münsterlingen ihr Parkticket lösen müssen. Und tatsächlich brauchen die Besucher Geduld und Zeit, um ihre Parkgebühren zu bezahlen. Denn die neuen Automaten auf dem Areal des Spitals arbeiten im Schleichtempo. «Es geht einfach zu lange, bis man das Parkticket endlich gelöst hat», sagt eine ältere Besucherin, nimmt ungeduldig ihr Ticket aus dem Gerät und geht in Richtung Eingangstüre.

«Besonders schlimm ist es zu den Besuchszeiten», sagt die folgende Besucherin. Dann sei es manchmal ein Chaos. «Ich bin schon mal zehn Minuten in der Schlange gestanden, um zu bezahlen.» Besonders ärgerlich sei das, weil sie jeden Tag für ihre Therapie ins Spital müsse. «Doch es ist besser geworden», sagt sie.

Geduld ist gefragt

Mit dem «Kurz-die-Parkplatznummer-eingeben-Münze-einwerfen-o. k.-drücken-und-fertig» ist es in Münsterlingen vorbei. Alles beginnt schon beim Eingeben der Parkplatznummer. Das sollte man nicht zu schnell tun, sonst kann das Gerät die Ziffern nicht speichern. Zu lange auf die einzelnen Ziffern drücken sollte man aber auch nicht, denn sonst speichert es diese auf einmal doppelt.

Hat man diese erste Hürde genommen und das Geld eingeworfen, kommt die nächste Geduldsprobe: «Bitte warten . . .» steht wieder auf dem Display. Es dauert, bis das Gerät die Parkzeit gespeichert hat. Danach fragt die Maschine, ob man noch nachzahlen wolle. Das muss man bestätigen (mit Münzen einwerfen) oder dementieren (per Knopfdruck zur Bestätigung der Parkzeit). Danach erscheint wieder: «Bitte warten . . .» Schliesslich wird das Ticket gedruckt.

Langsam wegen High-Tech

«Wir sind uns dieses Umstandes bewusst», sagt Oliver Hofmann, Leiter Unternehmensentwicklung und Dienste des Kantonsspitals. «Seit wenigen Monaten haben wir ein topmodernes, vernetztes Parkbewirtschaftungssystem», sagt er. Das befinde sich noch in der Pilotphase. Die Nutzung und Auslastung der Automaten werde noch ausgewertet. «Danach werden wir prüfen, mit welchen Massnahmen wir die Wartezeiten verkürzen können. Wir stehen deswegen bereits mit dem Hersteller in Kontakt.»

Ausgerechnet die moderne Ausstattung ist der Grund, für die Verzögerung beim Ticketlösen. Denn «vernetztes Parkbewirtschaftungssystem» bedeutet, dass die Geräte alle über das Internet miteinander verbunden sind. Das bringt zwar den Vorteil, dass, wenn beispielsweise jemand länger als geplant im Spital zu Besuch bleibt, er an einem beliebigen Automaten nachzahlen kann. Er muss nicht wieder an dasselbe Gerät, an dem er zuvor gelöst hat. «Das war früher nicht möglich und wurde oft bemängelt», sagt Hofmann. Doch eben diese Internetverbindung ist es halt auch, die etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Zusätzlicher Automat

Damit die Wartezeiten bereits jetzt schon kürzer werden, wurde im Spital ein weiterer Automat aufgestellt. «Seitdem ist es mit den Warteschlangen besser geworden», bestätigt eine Besucherin. Eine Hinweistafel und der Parkwächter weisen die Autofahrer zudem auf die weiteren Automaten hin. Der Parkwächter hilft wenn nötig auch beim Lösen des Tickets. «Dafür wurde aber nicht extra jemand eingestellt», sagt Hofmann. Der Parkwächter gewinne durch das neue System Zeit und diese nutze er für die Betreuung der Besucher. Mehr Zeit habe er, weil er dank dem neuen System via iPad kontrollieren kann, wo ein Auto steht und ob die Parkzeit bezahlt ist oder nicht. «Dadurch verkürzen sich die Kontrollzeiten.»

Die neuen Automaten sind nur ein Teil des neuen Parkleitsystems, das bis Ende Jahr umgesetzt werden soll, wie Hofmann sagt (siehe Kasten). Deshalb ist er zuversichtlich: «Der Vorteil ist ja, dass die Technik immer schneller wird. So geschieht es auch mit den Ticketautomaten.»

Bis dahin heisst es Wohl oder Übel: «Bitte warten . . .»