Wer sucht, der findet

Am 1. Februar wählt Uttwil aus zwei Kandidaten einen neuen Gemeindeammann. Am selben Tag sollte das Dorf einen Gemeinderat für den freiwerdenden Sitz von Marco Zumkehr wählen. Doch für dieses Amt interessiert sich niemand.

Michèle Vaterlaus
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UTTWIL. Stephan Good oder Marco Zumkehr – so heisst der neue Gemeindeammann von Uttwil. Das 1800-Seelen-Dorf entscheidet am 1. Februar im zweiten Wahlgang, wer das neue Gemeindeoberhaupt wird. An diesem Tag sollten die Uttwiler Stimmbürger auch einen neuen Gemeinderat wählen. Der Sitz von Marco Zumkehr wird nämlich frei. Egal, ob er zum Gemeindeammann gewählt wird oder nicht. Bereits nach Bekanntgabe seiner Kandidatur als Gemeindeammann hat der 55jährige Familienvater kommuniziert, dass er eine Wahl in den Gemeinderat ablehnen würde, obwohl er auf der offiziellen Liste stand. Gesagt, getan.

Gemeindeverein bleibt gelassen

Nun wird ein Sitz im Gemeinderat frei, und es gibt offenbar niemanden in Uttwil, der sich für das Amt interessiert. Die Meldefrist ist am 5. Januar abgelaufen, ohne dass sich jemand gemeldet hat. Dass der Gemeindeverein die Suche nach Kandidaten verschlafen hat, will sich die Präsidentin Sabine Lang nicht unterstellen lassen. «Wir haben bewusst den ersten Wahlgang vom 30. November abgewartet», sagt sie. Denn Marco Zumkehr habe auf der Liste der Gemeinderäte gestanden. «Wir wollten ihm bis zum Schluss die Möglichkeit offen lassen, dass er eine allfällige Wahl annehmen kann», sagt Lang. Als Zumkehr im Dezember seine Wahl zum Gemeinderat definitiv abgelehnt hatte, hat der Verein denn auch zweimal einen Aufruf gestartet. Lang macht sich aber keine Sorgen. «Wir finden sicher jemanden für diesen Sitz. In Uttwil ist es noch nie einen Notstand gegeben.» Der Gemeindeverein werde nun aktiv Personen angehen. «Manchmal brauchen Menschen einen kleinen Stupf und motivierende Worte, bis sie einen solchen Schritt wagen.» Lasse sich bis am 1. Februar niemand finden, gäbe es zudem noch weitere Daten, an denen man Wahlen ansetzen könne. «Die Legislatur beginnt ja erst im Sommer.»

Nicht auf der Liste

Auf die offizielle Liste wird ein bis zum 1. Februar gefundener Kandidat sowieso nicht mehr gesetzt. Die Abstimmungsunterlagen sind bereits verschickt. Doch auch ein früher gefundener Kandidat wäre nicht auf die Liste gekommen. Diese wird nach dem ersten Wahlgang nicht erweitert.