Wenn Schüler einfach schwänzen

Die Schulsozialarbeit ist in der Sekundarschulgemeinde Arbon ein bewährtes Unterstützungsangebot im Umgang mit sozialen Herausforderungen. Der Schulabsentismus war 2013/14 ein Schwerpunktthema.

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Häufiges Schule schwänzen bringt Schüler ins soziale Abseits. (Bild: Trix Niederau)

Häufiges Schule schwänzen bringt Schüler ins soziale Abseits. (Bild: Trix Niederau)

ARBON. Jedes Schulzentrum hat eine Schulsozialarbeit mit je 70 Stellenprozenten. Die Präventions- und Aufklärungsarbeit und die gezielte Intervention bei Konflikten bilden wesentliche Pfeiler der Schulsozialarbeit. In der Sekundarschulgemeinde Arbon (SSG) bestehe das Angebot seit sechs Jahren, zieht die Behörde eine positive Bilanz.

Wichtige Vertrauenspersonen

Vielfältige Probleme könnten so schnell und direkt angegangen und hohe Folgekosten verhindert werden. Die professionellen Schulsozialarbeiter seien zu wichtigen Vertrauenspersonen für Schüler, Eltern und Lehrpersonen geworden. Die Beratungsgespräche hätten auch im letzten Schuljahr den grössten Teil der Zeit in Anspruch genommen. «165 Schüler haben ihre Anliegen, Konflikte und Probleme mit der Schulsozialarbeit besprochen», heisst es in einer Mitteilung der SSG. Über tausend Einzelgespräche seien geführt worden mit dem Ziel, schulischen, sozialen, persönlichen oder familiären Problemen vorzubeugen, diese zu lindern oder gemeinsam zu lösen. Der niederschwellige Austausch mit den Lehrpersonen sei ebenfalls rege, zeige die Zahl von fünfhundert Gesprächen in diesem Schuljahr.

Bei der Stange halten

Die Schulsozialarbeit initiierte in den Klassen Projekte zu verschiedenen Themen. Diese haben oft einen präventiven Charakter. Als Schwerpunkt wurde das Thema Schulabsentismus bearbeitet: das Fernbleiben vom Unterricht aus einem gesetzlich nicht vorgesehenen Grund, unabhängig davon, ob die Eltern darüber informiert sind und das Fehlen durch Entschuldigungen legitimieren oder nicht. Dazu gehört auch das wiederholte Zuspätkommen.

Die Probleme des Schulabsentismus begännen in 80 Prozent der Fälle bereits im Kindergarten oder in der Primarschule. Häufig sei das Fernbleiben von der Schule «ein Symptom einer tiefer liegenden komplexen Problematik». Die Folge seien sinkende Schulleistungen und soziale Desintegration. Schlimmstenfalls wird ein Berufseinstieg verunmöglicht. (red.)