Wenn Norwegen ruft

Die Matura frisch im Sack, zieht es Ursina Roffler aus Sommeri für zwei Monate nach Norwegen. In Stranda wird die junge Frau in einem Hotel arbeiten und von dort aus das ganze Land erkunden.

Bianca Binder
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Hofft auf Besuch aus der Heimat: Ursina Roffler. (Bild: Bianca Binder)

Hofft auf Besuch aus der Heimat: Ursina Roffler. (Bild: Bianca Binder)

Sommeri. «Ich bin schon immer gerne gereist und jetzt, nachdem ich die Matura abgeschlossen habe, packe ich die Chance dazu», sagt Ursina Roffler. Die 19-Jährige beginnt im September ihr Studium in Medien- und Kommunikationswissenschaften in Fribourg. Da kommt es ihr gelegen, dass sie jetzt nach dem Maturabschluss lange Semesterferien hat. «Die Arbeit in dem Hotel in Stranda ist optimal für mich. So kann ich mir das Reisen finanzieren.»

900 Kronen die Woche

Der bekannte Reiseveranstalter STA-Travel bietet Interessierten die Möglichkeit von «Work and Travel», arbeiten und reisen. Gerade jungen Leuten fehlt oft das Geld für lange Reisen: «Unterkunft und Essen sind inklusive und ich verdiene 900 Kronen – das sind ungefähr 150 Franken – in der Woche, da liegt sogar der eine oder andere Ausflug drin», schmunzelt sie.

Fünf Tage die Woche arbeitet Ursina Roffler in einem Hotel. «Mehrheitlich werde ich im Service arbeiten: auftischen, servieren und abwaschen», sagt sie. Es gäbe es auch noch die Möglichkeit, auf einer Farm oder im Tourismus zu arbeiten, das wollte sie aber nicht.

Faszinierendes Land

Weshalb ausgerechnet Norwegen? «Ich war schon je ein halbes Jahr in Frankreich und den USA. Norwegen hat mich vor allem wegen der Sprache gereizt», erklärt Ursina Roffler.

In der Kanti habe sie bereits Holländisch gelernt, jetzt aber gemerkt, dass das mit Norwegisch gar nicht viel gemeinsam hat. Sie liebe es, Sprachen zu lernen. Bedenken, dass man sie im hohen Norden nicht verstehen könnte, hat sie keine: «Ich habe gehört, Norwegisch sei sehr ähnlich wie Deutsch. Zudem kommt man heute mit Englisch ja fast überall zurecht.»

Trotzdem würde sie in den nächsten zwei Monaten schon gerne einige Brocken der nordischen Sprache lernen. Vor allem aber möchte sie herumreisen. «Norwegen kannte ich bisher noch nicht so wirklich. Jetzt möchte ich das Land und seine Kulturen erkunden», so Ursina Roffler.

Mit Spanierin im Appartement

Mit dem Hotelier-Ehepaar hatte Ursina Roffler bereits Kontakt: «Sie scheinen sehr nett und haben mir schon viele Fragen beantwortet. Der Chef spricht Deutsch, das ist recht beruhigend», lacht sie.

Wohnen wird sie in den zwei Monaten zusammen mit einer Spanierin in einem Appartement. «Mit ihr hatte ich schon regen Mailkontakt. Sie hat mir auch Fotos unserer Unterkunft geschickt. Die sieht super aus», freut sie sich.

Eine Erfahrung fürs Leben

Ein bisschen nervös sei sie ja schon, gibt sie zu. Es sei das erste Mal, dass sie so komplett alleine reise. «Vor allem musste ich schauen, dass ich alles gut organisiert habe. Die Busfahrt vom Flughafen in Oslo nach Stranda dauert ungefähr elf Stunden.

Wenn ich da den Bus verpasse, sitze ich erstmal fest», so Ursina Roffler. Erfahrungen fürs Leben und in der Arbeitswelt erhoffe sie sich von den zwei Monaten. «Und ich hoffe natürlich, dass mich mal jemand aus der Heimat besuchen kommt», schmunzelt sie.

Ursina Roffler wird sich in den kommenden Wochen von Zeit zu Zeit aus Norwegen melden. Zu lesen sind ihre Erlebnisberichte jeweils im Tagblatt.

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