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Wenig Freude an SBB-Antennen

TÄGERWILEN. Die Bahn möchte die Strecken Kreuzlingen–Schaffhausen und Kreuzlingen–Wil mit ihrem Funknetz GSM-R ausrüsten. In Tägerwilen und Siegershausen sind 20 Meter hohe Masten geplant. Gemeinden und Bevölkerung wehren sich.
Urs Brüschweiler
20 Meter hoch wird die Mobilfunkantenne beim Bahnhof Tägerwilen-Gottlieben, wenn es nach den Plänen der SBB geht. (Bild: Donato Caspari)

20 Meter hoch wird die Mobilfunkantenne beim Bahnhof Tägerwilen-Gottlieben, wenn es nach den Plänen der SBB geht. (Bild: Donato Caspari)

TÄGERWILEN. «Ein wichtiger Schritt in die Zukunft» sei das, schreibt die SBB in ihrer Broschüre über GSM-R. Der digitale Mobilfunk der Bahn soll den analogen ablösen. «Es ist europäischer Standard und dient der Sicherheit», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. Seit längerem sind die Hauptstrecken der Bahn abgedeckt, bis 2015 will man auch die Nebenstrecken modernisiert haben. Ein schwieriges Unterfangen. Denn wo Mobilfunk geplant ist, gibt es Widerstand.

Derzeit liegen in diversen Gemeinden an der Strecke Kreuzlingen–Schaffhausen und Kreuzlingen–Wil die Pläne öffentlich auf. In Tägerwilen ist beim Bahnhof Tägerwilen-Gottlieben eine 20 Meter hohe Antenne geplant. «Der Gemeinderat Tägerwilen hat beschlossen, Einsprache zu machen», sagt Gemeindeammann Markus Thalmann. Schon in den Vorgesprächen mit der SBB habe man darauf hingewiesen, dass der Standort im Dorf wegen der Strahlung nicht gut sei und auch für das Ortsbild nicht gerade schön. «Wir sähen sie lieber am Rand», so Thalmann. Die Gemeinde schlägt der SBB deshalb einen Standort bei der Kompostieranlage vor. «Ich bin überzeugt, dass das besser wäre.»

Gegner sammeln Unterschriften

Diese Woche haben sich auch besorgte Anwohner versammelt. Einer von ihnen ist Christian Brandenberger. 35 Personen seien gekommen und hätten reges Interesse gezeigt. Er rechnet damit, dass mehr als 20 Bewohner aus den umliegenden Quartieren Einzeleinsprachen einlegen werden. Verschiedenste Personen würden auch im ganzen Dorf Unterschriften sammeln gegen die Antenne. «150 bis 200 werden wir sicher zusammenbringen», schätzt Brandenberger. Die Leute haben Vorbehalte gegen die Auswirkungen des Mobilfunks, auch wenn die Bahn beteuert, dass dieser nur für die Kommunikation zwischen Lokführer und Zentrale verwendet werde. Bei der Einhaltung der Grenzwerte macht man auch ein grosses Fragezeichen. «Niemand kann sagen, was passiert, wenn man 20 Jahre unter der Antenne wohnt.»

Hohe Masten seien nicht nötig

Beratend zur Seite steht den Tägerwiler Bürgern Stefan Zbornik von der IG Strahlungsfreies Kreuzlingen. Er setzt sich seit langem kritisch mit Mobilfunk aller Art auseinander. Vor rund zwei Jahren, als die GSM-R-Antennen für die Seelinie Kreuzlingen–Rorschach auflagen, organisierte er auch hier Einsprachen (siehe Kasten). «Solch hohe Masten sind immer problematisch», sagt Zbornik. Vor allem wenn deren Standort wie in Tägerwilen in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten liege. Der Standort bei der Kompostieranlage wäre zwar «weniger schlecht», aber bevorzugen würde er kleinere Antennen an den bestehenden Fahrleitungsmasten.

Einsprache auch im Kemmental

Derweil plant die SBB in der Region Kreuzlingen auch in Siegershausen einen 17 Meter hohen Mast für GSM-R beim Bahnübergang nördlich des Bahnhofs. Der Gemeinderat Kemmental hat dagegen Einsprache erhoben. In einer Stellungnahme schreibt er, dass die geplante Anlage ausserhalb der Bauzone in Siegershausen in eine bereits bestehende Funkanlage integriert werden soll. Der geplante Antennenmast beeinträchtige massgebend das Ortsbild und sei als störender Fremdkörper gut sichtbar. Die allgemeinen Vorschriften betreffend Einordnung gemäss dem rechtskräftigen Baureglement würden missachtet.

SBB äussert sich erst noch

SBB-Sprecher Daniele Pallecchi sagt, dass man zu den Einsprachen erst im Rahmen des ordentlichen Verfahrens beim Bundesamt für Verkehr Stellung beziehen werde.

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