Wenig Besucher, viel Frust

AMRISWIL. Zu essen und zu trinken gab es am Amriswiler Adventsmarkt im Überfluss, der Besucheraufmarsch liess hingegen zu wünschen übrig. Die Ausstellerinnen und Aussteller sind enttäuscht.

Barbara Hettich
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Ein paar Besucher standen am Glöggli-Stand zusammen und wärmten sich am Feuer. (Bilder: Barbara Hettich)

Ein paar Besucher standen am Glöggli-Stand zusammen und wärmten sich am Feuer. (Bilder: Barbara Hettich)

AMRISWIL. Gelangweilte Aussteller stehen hinter ihren Ständen und nur wenige Besucher lassen sich sehen. «Der Adventsmarkt ist aber auch sehr klein», sagt Irma Vaccaro, die mit ihrem Mann zwischen den Ständen hindurch schlendert. «Wenn man wahnsinnig langsam läuft, braucht man fünf Minuten, bis man alles gesehen hat.» Schade sei, dass es zudem nur wenige Stände mit weihnachtlichem Angebot gibt. Umso mehr freue sie sich beispielsweise über die schönen Weihnachtskarten am Stand vom ABA-Arbeitsheim.

Verhältnis stimmt nicht

Sandra Reinhart vom Weiherhof in Amriswil ist mit einem Güggelistand am Adventsmarkt vertreten. Zufrieden ist sie nicht, das Geschäft läuft nur schleppend. «Das Verhältnis stimmt nicht mehr, es hat einfach zu viele Verpflegungsstände», sagt sie und freut sich über zwei Schnitzelbrote, die sie nach längerer Pause an den Mann bringt. Ein Lichtblick zwischen Getränke und Süsswaren ist der Stand von Uhren-Bijouterie Svec. Marianne Baumer Tanner hat ihn liebevoll weihnachtlich dekoriert. «Klar wäre es schön, wenn es am Adventsmarkt noch mehr solcher Stände gebe, das würde mehr Besucher anziehen», sagt sie. Mit ihrer Präsenz versuche sie, auf ihr Angebot in ihrem Laden aufmerksam zu machen. Man dürfe den Aufwand nicht an dem messen, was man am Markt verkaufe.

So wie Marianne Baumer Tanner sieht es auch Melany Schmid von Clean-Line. Ihr Geschäft im Thurgi-Center sei etwas versteckt im Untergeschoss. Mit ihrer Präsenz am Adventsmarkt könne sie zeigen, dass es sie überhaupt gibt.

Daniela Meierhofer von der Metzgerei Meierhofer nimmt kein Blatt vor den Mund. «Ich habe so einen Hals!» Ihr Stand steht am Ende einer Sackgasse, und die wenigen Besucher verirren sich kaum bis zu ihr. Dazu kommt, dass ein auswärtiger Bratwurststand einen besseren Standort bekommen hat. «Wir sind das letzte Mal dabei, wir hätten auch noch anderes zu tun.» Sie ist mehr als enttäuscht.

An den Rand gedrängt

So ähnlich sieht es auch Claudia Allenspach vom gegenüberliegenden Stand von Beck Mächler. Eigentlich sollte es ein Markt für die Amriswiler Detaillisten werden, es ist nicht richtig, wenn diese an den Rand gedrängt werden, bedauert sie.

Einig waren sich die befragten Aussteller: Schön wäre, wenn es alljährlich nur einen, dafür grossen und schönen Advents- oder Weihnachtsmarkt in Amriswil gäbe, der über die Region hinaus strahlt – dann würde sich der Aufwand auch lohnen.

Sandra Reinhardt freut sich über jedes verkaufte Schnitzelbrot.

Sandra Reinhardt freut sich über jedes verkaufte Schnitzelbrot.

Besucherin Irma Vaccaro schaut Weihnachtskarten am ABA-Stand an.

Besucherin Irma Vaccaro schaut Weihnachtskarten am ABA-Stand an.