Weitere Überarbeitung ist nötig

Der Steuerfuss der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen sinkt für das laufende Jahr um einen Prozentpunkt. Die Revision der Gemeindeordnung wurde hingegen vertagt. Ein Kirchbürger hatte 33 Kritikpunkte.

Nicole D'orazio
Drucken
Teilen

KREUZLINGEN. Die Gemeindeordnung der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen besteht seit 2002. An der Versammlung am Montagabend hätte sie revidiert und aktualisiert werden sollen. Denn vor Jahresfrist war ein Antrag auf Änderung des Initiativrechts für erheblich erklärt worden. Die Kirchenvorsteherschaft nutzte dies, um gleich die ganze Gemeindeordnung zu aktualisieren. Doch dazu kam es nicht.

Kirchbürger Walter Studer stellte einen Antrag auf Rückweisung. «Dass die Kirchenvorsteherschaft das Initiativrecht abschaffen will, gleicht einer Halbierung unserer Rechte», sagte er. Er hatte noch weitere Kritikpunkte wie den neu vorgesehenen Präsidialbeschluss. Er fand auch, dass die Rechte des Souveräns nicht genügend gut aufgeführt seien oder dass die Finanzkompetenzen nicht für alle Gremien sauber geregelt seien. «Ich werde mit der Kirchenvorsteherschaft alle meine Kritikpunkte durchgehen», sagte er. «Ansonsten werde ich bei der Beratung 33 Anträge stellen.»

Präsidentin unterstützt Antrag

Von dieser hohen Zahl an Anträgen überrascht, empfahl Präsidentin Susanne Dschulnigg den 60 Anwesenden, dem Antrag auf Rückweisung zuzustimmen. «Ansonsten sitzen wir bis tief in die Nacht hier, und man weiss irgendwann nicht mehr, um was es geht.» Es sei keine einfache Materie. Die Kirchbehörde sei allerdings sicher, alles richtig gemacht zu haben. Sie werde das Gespräch mit Studer suchen und eventuell werde man einen gemeinsamen Nenner finden, sagte Dschulnigg.

Kirchbürgerin Brigitte Leuch wandte sich danach etwas frustriert an Studer: «Ich sehe Sie nie in der Kirche. Ausser an den Versammlungen nehmen Sie am Kirchenleben nicht teil. Bitte ziehen Sie Ihren Antrag zurück und haben Sie Vertrauen in die Vorsteherschaft.» Doch dieser wollte davon nichts wissen. «Diese Gemeindeordnung muss man nochmals anschauen. Meine Kritik ist gerechtfertigt», entgegnete Studer. Der Antrag auf Rückweisung wurde grossmehrheitlich angenommen. Dschulnigg hoffte, die Revision an der nächsten Versammlung im Mai wieder vorlegen zu können.

Das Budget 2016 der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen rechnet mit einem Gewinn von rund 78 000 Franken. Die Kirchenvorsteherschaft schlug eine Steuersenkung um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent vor. Walter Studer war dies bei der guten finanziellen Lage etwas zu wenig. Er stellte einen Antrag für einen zusätzlichen Steuerrabatt von einem Prozent für 2016. Von diesem wollte die Versammlung allerdings nichts wissen. Das Budget und der neue Steuerfuss wurden in der Folge klar angenommen.

Offener Wettbewerb geplant

Betreffend der geplanten Sanierung des Kirchgemeindehauses informierte Dschulnigg, dass man sich für die Durchführung eines offenen Architekturwettbewerbs entschieden habe. «An der Rechnungsversammlung im Mai möchten wir den entsprechenden Kredit einholen.»

Aktuelle Nachrichten