Weinfelder auf Sendersuche

WEINFELDEN. Mit der Umstellung vom analogen auf das digitale Fernsehen haben die Röhrenfernseher ausgedient. Profiteure sind Weinfelder TV-Händler: Sie melden überdurchschnittlich viele Verkäufe neuer Geräte.

Esther Simon
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Nach der Umstellung auf digitales Fernsehen: Alte Röhrenfernseher und analoge Flachbildschirme bei der Annahmestelle der KVA in Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Nach der Umstellung auf digitales Fernsehen: Alte Röhrenfernseher und analoge Flachbildschirme bei der Annahmestelle der KVA in Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Das Tal der Ahnungslosen, so hiessen in der DDR Gebiete, in denen man Westfernsehen nicht empfangen konnte. Wie man in einem Tal der Ahnungslosen lebt, erfuhren in den vergangenen Wochen viele Weinfelder, die bezüglich ihres TV-Gerätes nichts unternommen hatten, obwohl die Technische Betriebe AG (TBW) die Umstellung vom analogen auf das digitale Fernsehen rechtzeitig angekündigt hatte: Ausser dem Ameisenkrieg lief bei ihnen plötzlich nichts mehr über den Bildschirm.

«Grosser Ansturm»

Wer noch einen Röhrenfernseher im Haus hatte, erhielt von der TBW eine digitale Set-Top-Box. Viele kauften aber gleich ein neues TV-Gerät. «Der Ansturm war sehr gross», sagt denn auch Reto Anderes, Fachmarktleiter von m-electronics in Weinfelden, auf Anfrage der Thurgauer Zeitung. «Vor allem an den Tagen, an denen die Umstellung erfolgte, haben wir viele neue Geräte verkauft.» Extrem gross sei auch die Nachfrage nach Dienstleistungen gewesen. «Unsere Servicefachleute mussten viele Sendersuchläufe machen, da die Geräte alle neu programmiert werden mussten und viele Kunden dies nicht selber konnten.» Meldungen über Lieferengpässe weist m-electronics zurück. Wer ein neues Gerät inklusive Installation durch den Fachmann nach Hause bestellt, müsse bis zu zwei Wochen warten, das sei normal, heisst es bei m-electronics.

«Wir haben vorgesorgt»

In seinem Fachgeschäft sei der Verkauf von TV-Geräten zwar schon immer gut gelaufen, sagt Roger Künzli, Geschäftsleiter der Electronic-Partner Ehrensberger AG an der Pestalozzistrasse 10 in Weinfelden. «Aber in jüngster Zeit haben wir überdurchschnittlich viele Fernsehgeräte verkauft. Dank der Informationen der Technischen Betriebe Weinfelden wussten wir, dass die Nachfrage nach neuen Geräten steigen wird. Wir haben deshalb vorgesorgt. Engpässe gab es bei uns aus diesem Grund nicht.»

Von Ermatingen profitiert

Künzli: «Die Umstellung von analog auf digital war uns zudem aus Ermatingen bekannt, wo wir ebenfalls ein Geschäft besitzen. Wir konnten also von den Erfahrungen, die wir in Ermatingen gemacht haben, profitieren.»

Auch bei Interdiscount in der Zentrumspassage sagt ein Fachmann, dass in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich viele Kunden ein neues TV-Gerät gekauft hätten.

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