Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WEINFELDEN: Würfel, Mehl und Krümel

Die Kunz Kunath AG produziert Fors-Tierfutter. Die Firma verwendet Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung. Obschon sie sehr nahrhaft sind, haben Insekten im Tierfutter aber vorderhand nichts zu suchen.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Prüfung von Qualität und Konsistenz: Felix Aellig nimmt Schweinemastfutter aus der Würfelpresse. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Prüfung von Qualität und Konsistenz: Felix Aellig nimmt Schweinemastfutter aus der Würfelpresse. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

Ein süsslicher Duft liegt in der Luft – es dröhnt und rattert: Der Geruch stammt von gedämpftem Getreide, der Lärm von den vollautomatischen Maschinen. Im Produktionsturm der Kunz Kunath AG in Weinfelden werden Fors-Mischfutter hergestellt. «Die gesamten Produktionsanlagen werden zentral vom Kommandoraum im Erdgeschoss gesteuert», erklärt Felix Aellig, diplomierter Ingenieur-Agronom ETH. Felix Aellig arbeitet seit 35 Jahren im Betrieb in Weinfelden – anfangs als Verantwortlicher für den Futtermittelbereich Fors bei der Mühle Meyerhans, seit elf Jahren als Standortleiter Weinfelden innerhalb der Kunz Kunath AG. Ein weiteres Werk der Kunz Kunath AG ist in Burgdorf bei Bern beheimatet. Hergestellt wird eine breite Palette an Mischfuttermittel für landwirtschaftliche Nutz- und Hobby­tiere. Insgesamt seien es rund 400 Sorten, die in den beiden Werken produziert werden. «Allerdings werden nur in Burgdorf spezielle Flockenfutter hergestellt und Kaninchenfutter ausschliesslich in Weinfelden», sagt Felix Aellig.

Als Ausgangserzeugnisse für die Futtermittelproduktion gelten Getreide wie Weizen, Gerste und Hafer sowie verschiedene Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie, unter anderem Kleie und Stärke. Tierfutter besteht allerdings nicht nur aus Getreide und Nebenstoffen, sondern enthält auch Proteinträger, die aus den Nebenprodukten der Ölherstellung gewonnen werden, beispielsweise Raps, Soja und Sonnenblumen. Auch Rohfaserträger, wie Zuckerrübenschnitzel aus der Zuckerfabrik und Obsttrester, sind enthalten und zudem verschiedene Mineralstoffe.

Anderthalb Millionen Tonnen jährlich

«Lieferanten sind unsere heimischen Ackerbauern und Lebensmittelfabrikanten sowie als wichtige Ergänzung spezialisierte, international vernetzte Rohstoffhändler», sagt der Ingenieur-Agronom. Die Trockenfutter werden als Würfel, Mehl, Krümel und Griess produziert – gegenwärtig nur für den Schweizer Markt. Gesamtschweizerisch wird die jährliche Produktion auf etwa 1,5 Millionen Tonnen geschätzt, eine Meldepflicht für die Mischfutterproduktion gibt es allerdings keine. «Unsere Zielgrösse – als KMU in schweizerischem Familienbesitz – liegt für dieses Jahr bei knapp 130000 Tonnen, in beiden Betrieben zusammen», prognostiziert Aellig. Die Grundfutterergänzung mit Kraftfutter sei aus ökologischer Sicht sinnvoll, denn damit können Nährstoffungleichgewichte kompensiert werden. Bei der Mischfutterherstellung werden zahlreiche Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung wieder verwendet und der Tierernährung zugeführt. Damit leiste die Branche einen wesentlichen Beitrag zum Nahrungs­mittelkreislauf. Noch erlaube es das Gesetz nicht, Tierfutter aus Insekten herzustellen. «Das wird aber bestimmt künftig zum Thema», ist Aellig überzeugt. Fritz Kunath gründete 1926 in den leeren Gebäulichkeiten einer chemischen Fabrik am Stadtrand von Aarau «Kunath’s Geflügelfarm und Futterfabrik». Elf Jahre später liess Kunath die erste ausschliesslich für die Herstellung von Mischfutter konzipierte Fabrik der Schweiz erbauen. Hans Kunz baute 1933 eine kleine Futtermühle in Burgdorf. 1972 wurde am heutigen Standort in einem neu erstellten Kraftfutterwerk die Produktion aufgenommen. Die beiden Familienbetriebe fusionierten 1990 zur Kunz Kunath AG.

Die Erfolgsgeschichte begann 1948

Die Erfolgsgeschichte von Fors begann im Jahr 1948. Damals brachten die Weinfelder Mühlen Meyerhans erstmals Mischfutter für Geflügel, Schweine und Rindvieh unter der Marke Fors in den Handel. Dies nach Verhandlungen mit den Herren Fors, Futterproduzenten in Schweden und damaligen Lizenzgebern.

In der neuen Mischfutteranlage mit erster Würfelpresse wurde damals ein Jahresausstoss von 1750 Tonnen produziert. 2006 schlossen sich die Kunz Kunath AG und der Futtermittelbereich Fors der damaligen Meyerhans Hotz AG zur Kunz Kunath Fors AG – heute wieder Kunz Kunath AG – mit Produktionsstandorten in Weinfelden und Burgdorf zusammen. Die geografische Verteilung sei ideal, ist Aellig überzeugt. Von Weinfelden aus könne die Ostschweiz bis zur Innerschweiz beliefert werden und von Burgdorf aus die Region bis zur Westschweiz. Ein Grossteil werde direkt den Bauern geliefert. Der Betrieb in Weinfelden beschäftigt rund 40 Mitarbeitende, jener in Burgdorf etwa 70.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.