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WEINFELDEN: Ungemach für die Reben - Frostkerzen ausverkauft

Die bevorstehenden Frostnächte beschäftigen die Winzer am Ottenberg. Mit Mähern und Frostkerzen wappnen sie sich gegen die drohenden Minustemperaturen.
Mario Testa
Winzer Benno Forster mäht das hohe Gras zwischen seinen Rebstöcken, um dem drohenden Frost entgegenzuwirken. (Bild: Mario Testa)

Winzer Benno Forster mäht das hohe Gras zwischen seinen Rebstöcken, um dem drohenden Frost entgegenzuwirken. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

Benno Forster blickt dieser Tage häufig auf sein Handy. Er verfolgt gespannt die Entwicklung der Wetterprognosen – und diese verheissen nichts Gutes. In den Nächten auf Donnerstag und Freitag sind Minustemperaturen vorhergesagt. «Es sieht so aus, als wäre es zuerst kalt und nass und später sogar klar. Das heisst, dass viel Wasser verdunsten wird und sich die Luft umso mehr abkühlt», sagt der Selbstkelterer von der Thurbergstrasse.

Mit einem Motormäher ist er gestern dem hohen Gras zwischen seinen Reben zu Leibe gerückt.«Indem ich das hohe Gras abmähe, erreiche ich, dass weniger Feuchtigkeit in den Wiesen gespeichert wird, die dann beim verdampfen die Umgebung abkühlt. Zudem kann die kalte Luft besser ins Tal abfliessen, wenn sie nicht vom hohen Gras gebremst wird.» Kehrseite der Mähaktion sei, dass viele Insekten verscheucht würden, die er gerne in seinen Reben hätte.

Frostkerzen sind in ganz Europa vergriffen

Nebst der ersten Gegenmassnahme mit dem Motormäher hat sich Forster wie viele seiner Kollegen auch Frostkerzen besorgt. «Ich hab am Samstag noch ein Palett kaufen können, jetzt gibt es meines Wissens keine mehr.» Mit seiner Vermutung hat Benno Forster recht. Auf Nachfrage bei der Landi Mittelthurgau heisst es, die Frostkerzen seien europaweit ausverkauft. Die brennenden Kerzen in den Reben helfen in Frostnächten, die Umgebungstemperatur um ein paar wenige Grad zu heben und somit mögliche Frostschäden an den Reben zu verhindern. Mit Blick auf die Wetterprognosen, müsse mit den Kerzen jedoch sparsam umgegangen werden, sagt Benno Forster. «Es sieht so aus, als würden die Temperaturen Anfang kommender Woche nochmals unter null Grad fallen. Nun müssen wir Winzer uns überlegen, ob wir das Pulver schon diese Woche verschiessen oder die Kerzen noch aufsparen und dafür die Triebe opfern, die schon draussen sind an den Reben.» Er werde seine Frostkerzen sicher aufstellen, hoffe jedoch, dass er sie am Donnerstag oder Freitag noch nicht anzünden müsse.

Als letzter Rettungsanker hat Benno Forster bei all seinen Rebstöcken jeweils eine Rute mehr stehen lassen, die sogenannte Frostrute. Sie steht senkrecht nach oben und ist so etwas weiter weg vom Boden. Sollte der Frost die Triebe an den weiter unten waagrecht wachsenden Haupt­ruten zerstören, könnte Forster dank der Frostruten doch noch auf eine Traubenernte hoffen.

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