WEINFELDEN: Spielerisch Deutsch lernen

Vor einem Jahr hat die Sprachspielgruppe DaZelwurm ihre Türen geöffnet. Die Gründerinnen Michaela Martin und Esther Höner ziehen eine positive Zwischenbilanz.

Iliana Perera
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Kinder aus verschiedenen Nationen spielen gemeinsam in der Sprachspielgruppe DaZelwurm. (Bild: Iliana Perera)

Kinder aus verschiedenen Nationen spielen gemeinsam in der Sprachspielgruppe DaZelwurm. (Bild: Iliana Perera)

«Das Echo der Eltern ist sehr positiv», sagt Michaela Martin, Betreuerin der Sprachspielgruppe DaZelwurm (DaZ =Deutsch als Zweitsprache). Sie merkten, dass ihre Kinder in der Spielgruppe ihren Grundwortschatz erweitern, da sie die erlernten Wörter zu Hause anwenden konnten. «Viele Eltern machten sich bezüglich des Kindergartens grosse Sorgen», sagt Martin. «Jetzt sind sie sich aber sicher, dass ihre Kinder gut darauf vorbereitet sind».

Seit vergangenem Sommer besuchen zehn Kinder aus vier verschiedenen Nationen den DaZelwurm. Darunter sind zwei portugiesisch und sechs albanisch sprechende Kinder sowie ein italienisches und ein türkisches Kind. Vor einem Jahr, als Michaela Martin und Esther Höner die Sprachspielgruppe eröffnet haben, begannen sie mit lediglich drei Kindern. Die erste Unterrichtsgruppe, die sie von Februar bis August 2016 betreuten, war eine Herausforderung für die beiden Frauen. «Ein halbes Jahr war zu wenig Zeit», sagt Martin. «Die Kinder sollten ein Jahr vor dem Kindergarten möglichst zwei Mal pro Woche zu uns kommen, damit sie gut auf den Übertritt vorbereitet werden können.» Der geführte Unterricht bringe Struktur in den Alltag der Kinder. «Wenn sie am Morgen eintreffen, dürfen sie als erstes eine halbe Stunde spielen», sagt die Betreuerin. «Dann versammeln sich alle im Kreis und singen Lieder, die sie mit Bewe­gungen begleiten.» Ausserdem hören die Kinder zu einem bestimmten Thema eine Geschichte. Sie lernen so neue Wörter kennen, die am Ende des Morgens nochmals gemeinsam repetiert werden. Zwischendurch geniessen die Kinder einen gesunden Znüni und spielen und basteln miteinander.

«Die Eltern berichteten, dass sich ihre Kinder in der öffentlichen Spielgruppe, aufgrund ihrer fehlenden Sprachkenntnisse, ausgeschlossen fühlten», sagt Martin. Sie begrüssten darum die kleinen Unterrichtsgruppen im DaZelwurm. Hier lernen sie den Umgang miteinander. Die Kinder werden am Mittwoch jeweils von 8.30 Uhr bis 11 Uhr und am Freitag von 8.30 bis 11.30 Uhr unterrichtet. «Die zusätzliche halbe Stunde am Freitag nutzen wir, um mit den Kindern nach draussen zu gehen», sagt Martin.

Bis anhin wurde die Sprachspielgruppe von Michaela Martin und Esther Höner mit Hilfe der Elternbeiträge privat finanziert. Seit diesem Jahr wird der DaZelwurm zusätzlich durch einen Beitrag vom Kanton unterstützt.

Iliana Perera

iliana.perera@thurgauerzeitung.ch