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WEINFELDEN: Sie klopft an 150 Türen

Seit 20 Jahren sammelt Lotti Zürcher für Pro Senectute. Auch wenn manche kein Geld spenden, entmutigen lässt sie sich davon nicht.
Lotti Zürcher sammelt seit 20 Jahren für Pro Senectute. (Bild: PD)

Lotti Zürcher sammelt seit 20 Jahren für Pro Senectute. (Bild: PD)

Hier ein Zehnernötli, dort ein Zweifränkler. Das sind die Beträge, die Lotti Zürcher in der Regel von den Leuten bekommt, wenn sie für die traditionelle Herbstsammlung von Pro Senectute unterwegs ist. Wenn sie alle kleineren und grösseren Beträge ­zusammenzählt, kommt sie auf etwa 3000 Franken pro Sammlung. Für diesen Betrag muss die rüstige Seniorin allerdings Tausende von Schritten machen, viele Treppen rauf und runter und an etwa 150 Türen klopfen.

Lotti Zürcher ist für die Herbstsammlung im Süden des Dorfes zuständig. Sie ist eine von nur noch wenigen Sammlerinnen in Weinfelden. Sie geht nicht täglich auf ihre Tour. Ihre bevorzugten Zeiten sind die Vormittage und die späten Nachmittage. Dann seien die meisten Leute zu Hause. Wenn keiner die Tür öffnet, geht sie halt noch ein- oder zweimal vorbei. «Aber das mache ich nur bei Leuten, von denen ich weiss, dass sie sicher etwas geben.» Öffnet auch beim dritten Anlauf keiner die Türe, wirft sie einen Prospekt von Pro Senectute in den Briefkasten. Lotti Zürcher kennt die Leute im Quartier, und die Leute kennen sie.

Manche haben das Geld schon bereit

Sie sammelt schon seit 20 Jahren. «Ich habe zwar einen offiziellen Ausweis als Sammlerin, aber ich musste ihn noch nie zeigen.» Lotti Zürcher schmunzelt: «Manche haben den Batzen, den sie mir geben wollen, schon bereit. Als ob sie auf mich gewartet hätten.» Auf ihren Sammeltouren höre sie viel Gutes über Pro Senectute, manchmal aber auch Kritisches. Wofür sie denn überhaupt Geld sammle, den Alten gehe es doch gut, heisse es etwa. «Dann antworte ich, dass es auch in unserem Kanton Leute gibt, die zu wenig Geld zum Leben haben.» Ein paar fänden, sie könnten sich die Kurse von Pro Senectute nicht leisten, «einer sagte, er habe kein Geld mehr wegen der Wega. Diese Leute geben dann nichts. Das muss ich akzeptieren. Ich entschuldige mich dann für die Störung und gehe wieder.»

Nach solchen Erfahrungen müsse sie sich allerdings schon einen rechten Zwick geben, ehe sie zur nächsten Sammeltour aufbreche, sagt Lotti Zürcher. Bis jetzt aber hat sie es immer geschafft. Die Herbstsammlung von Pro Senectute dauert noch bis 21. Oktober. (red)

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