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WEINFELDEN: Shootingstar des Schweizer Kinos war zu Gast in Weinfelden

Luna Wedler ist der Shootingstar der Schweizer Filmszene. Am Sonntagabend kam die 18-Jährige ins Cinema Liberty und sprach über ihre Hauptrolle im Film «Blue My Mind», der zuvor über die Leinwand flimmerte.
Mario Testa
Hauptdarstellerin des Schweizer Filmes "Blue my mind" mit "European Shootingstar" Luna Weder in der Hauptrolle. (Bild: Andrea Stalder)

Hauptdarstellerin des Schweizer Filmes "Blue my mind" mit "European Shootingstar" Luna Weder in der Hauptrolle. (Bild: Andrea Stalder)

Das Popcorn bleibt dem einen oder anderen Kinobesucher zwischendurch fast im Hals stecken. «Wäh! Igitt! Ou nai!», tönt es im Saal, als sich Mia auf der Leinwand mit Schere und Pflaster einer Selbstoperation unterzieht, oder später ihre Zähne in einen rohen Fisch im Biolabor haut. «Blue My Mind» ist keine Hochglanzunterhaltung a la Hollywood, sondern ein anspruchsvoller, bisweilen schockierender Film über das Heranwachsen einer jungen Frau mit ganz speziellen Veranlagungen. Frisch zugezogen in eine gesichtslose Neubausiedlung in der Zürcher Agglomeration, sucht die Oberstufenschülerin neue Freunde, treibt allerhand Unfug, geht an wilde Partys, macht Erfahrungen mit Alkohol, Drogen und Sex. Ihre Eltern finden keinen Zugang mehr zu ihr. Sie selbst macht eine sonderbare Wandlung durch, nimmt animalische Züge an und verwandelt sich zum Schluss in eine Meerjungfrau.

Die Rolle der Mia im Film spielt Luna Wedler; und sie spielt sie so gut, dass nicht nur die rund 50 Besucher im Liberty Cinema am Sonntagabend der Schauspielerin lange Beifall klatschen, sondern auch Jurys diverser Filmpreise die 18-jährige Schweizerin mit Lob und Auszeichnungen überhäufen. Sie gewann an der Berlinale die Auszeichnung als Shootingstar 2018 und am Schweizer Filmpreis diejenige als beste Darstellerin. Und auch wenn Luna Wedler das Rampenlicht und Auftritte vor Publikum nicht unbedingt sucht, wie sie sagt, meistert sie das kurze Interview mit Liberty-Geschäftsführer Conny Schmölder und die Fragen aus dem Publikum locker und sympathisch. «Hey fragt ruhig, ich bin dafür extra aus Zürich hierhergekommen», sagt sie zum anfänglich etwas zögerlichen Publikum.

Grosse Empathie für das spezielle Mädchen im Film

«In Mia konnte ich mich schnell reinfühlen. Es war von Anfang an Empathie für sie da, auch wenn sie ein ganz spezielles Mädchen ist», antwortet Wedler auf eine Frage aus dem Publikum. «Die Rolle war eine Herausforderung. Aber ich verstehe meine Aufgabe als Schauspielerin darin, einen geschriebenen Charakter leben zu lassen.» Wie denn ihre Familie mit ihrer Schauspielerei umgehe, will eine Frau wissen. «Papa fand’s anfangs nicht so toll», sagt Luna Wedler und lacht. «Und über diesen Film hab ich ihm auch nicht von Anfang an alles erzählt. Erst den Rohschnitt hab ich dann mit ihm angeschaut.» Wedlers Vater Volker sitzt ebenfalls im Publikum. Er ist stolz auf seine Tochter. Der Film, in dem sie fast alle Hüllen und Hemmungen fallen lässt, habe ihm aber doch einiges abverlangt. «Man kann sich da als Vater nicht ganz rausnehmen, auch wenn’s nur im Film ist. Aber der Film ist super.» Von seinen Töchtern sei Luna seine härteste Sparringpartnerin, sagt der Chirurg.

Wie sie sich denn selber finde auf der Leinwand, will jemand wissen. «Wenn ich mich zum ersten Mal im Film sehe, finde ich es schrecklich, ich bin Perfektionistin. Gerad bei einem so schwierigen Film wie ‹Blue My Mind›», sagt Wedler. Schwierig sei die düstere Stimmung ihrer Figur Mia gewesen. «Ich arbeite mit einer Technik, da sucht man in sich selbst solche Erfahrungen – und versucht, diese Gefühle beim Dreh abzurufen. In Kombination mit der konzentrierten Atmosphäre am Set, war das hart.» Aufgrund der Auszeichnung lägen nun neue Angebote auf ihrem Tisch. «Ich spiele alles, aber ich bin schon eher Drama», sagt sie. Lacher im Publikum. Hollywood reize sie nicht speziell, lieber Deutschland, England und später Frankreich. «Aber ja klar, wenn ein Angebot aus Amerika kommt, sage ich nicht Nein.»

Schulabschluss im Oktober in Zürich

Luna Wedler ist 1999 in Zürich geboren. Nach der obligatorischen Schulzeit – zum Schluss in der Sportsekundarschule – und einem halben Jahr an einer Amerikanischen Filmschule, begann sie ihre Schauspielausbildung an der European Film Actor School in Zürich. Im Oktober wird sie diese Abbildung abschliessen. Ihre erste Rolle hatte sie 2015 im Schweizer Film «Amateur Teens» von Niklaus Hilber. «Ich ging damals einfach mal so Casting. Dann kam ich immer eine Runde weiter und hatte zum Schluss die Rolle», sagt sie. Als nächstes wird sie im deutschen Film «Das schönste Mädchen der Welt» zu sehen sein.

Zusatzvorstellung «Blue My Mind»: Sonntag, 15. April, 17 Uhr, Liberty Cinema Weinfelden

Luna Wedler zu Besuch im Liberty Kino Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

Luna Wedler zu Besuch im Liberty Kino Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

Shootingstar Luna Wedler stellt sich den Fragen des Kinopublikums nach der Vorführung von "Blue My Mind" (Bild: Andrea Stalder)

Shootingstar Luna Wedler stellt sich den Fragen des Kinopublikums nach der Vorführung von "Blue My Mind" (Bild: Andrea Stalder)

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