WEINFELDEN: Seid mutig, baut in die Höhe

Wäre er an der Bundesfeier gewesen, der Weinfelder Gemeindepräsident Max Vögeli hätte sich über die Rede von Gallus Müller gefreut. Müller rief die Menschen auf, sich in den Gemeinden zu engagieren und Freiwilligenarbeit zu leisten.

Esther Simon
Drucken
Teilen
Begleitet von der Weibelin Verena Schneiter spricht der Präsident des Grossen Rates, Gallus Müller, auf dem Marktplatz zu etwa 700 Weinfelderinnen und Weinfeldern. (Bilder: Andrea Stalder)

Begleitet von der Weibelin Verena Schneiter spricht der Präsident des Grossen Rates, Gallus Müller, auf dem Marktplatz zu etwa 700 Weinfelderinnen und Weinfeldern. (Bilder: Andrea Stalder)

WEINFELDEN. Etwa 700 Weinfelderinnen und Weinfelder feierten gestern auf dem Marktplatz den 725. Geburtstag der Eidgenossenschaft. Wegen des Znünis, den die Gemeinde wieder an die Besucher verteilte, hatten sich möglicherweise auch dieses Jahr wieder ein paar Auswärtige unter die Festgesellschaft gemischt. Seis drum! Der Weinfelder Gemeinderat Hans Eschenmoser jedenfalls begrüsste alle herzlich und humorvoll. Er tat dies in Abwesenheit von Gemeindepräsident Max Vögeli und dessen Stellvertreter, Gemeinderat Thomas Bornhauser.

Historisch korrekt

Vögeli feiert heuer sein 15-Jahr-Dienstjubiläum, deshalb habe er ein paar zusätzliche Ferientage zugute, sagte Eschenmoser. Der Gemeindepräsident lasse jedenfalls alle herzlich grüssen.

Die Rede hielt einer Tradition folgend der Präsident des Grossen Rates, aktuell Gallus Müller (CVP) aus Guntershausen bei Aadorf. Müller bemerkte historisch korrekt, dass es die Schweiz in der heutigen Form erst seit 1848 gebe. Gleichwohl habe unser Land eine lange Vergangenheit. «Wir dürfen mit Stolz feststellen, dass wir ein besonderes Land sind», sagte Müller. Zwar gebe es viele Aufgaben, die einer zentralen Lösung bedürften; gleichwohl dürften wir unsere Eigenheiten und Besonderheiten nicht über Bord werfen. Gerade sie seien es, die uns ein Gefühl von Heimat vermittelten, sagte Müller.

Immer wieder neu erkämpfen

Heimat sei aber nicht einfach da, «wir müssen uns die Heimat immer wieder neu erkämpfen». Als Beispiele nannte Müller die Landschaft und die Gemeinschaft. Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hätten mit überwältigender Mehrheit dem eidgenössischen Raumplanungsgesetz zugestimmt. «Dieses Gesetz müssen wir jetzt aber auch umsetzen. Das heisst konkret, dass wir die Zersiedelung stoppen müssen. Ein Wachstum der Orte hat nach innen zu erfolgen. Wir müssen den Mut haben, in die Höhe zu bauen, es müssen nicht überall Hochhäuser sein», sagte der Festredner. «Bereits eine geringe Anpassung an den Gebäudehöhen kann eine wesentliche Entlastung in Bezug auf neu benötigtes Bauland bewirken.» Unter dem Stichwort Gemeinschaft rief Gallus Müller die Festgemeinde auf, sich in Vereinen zu engagieren, «sie haben es heute auch nicht mehr leicht.» Vereine könnten nur existieren, wenn sie durch die Arbeit von Freiwilligen getragen würden. Diese Freiwilligenarbeit – egal in welchem Bereich sie geleistet werde – sei für unsere Gesellschaft sehr wichtig.

Landeshymne mit altem Text

Zum guten Gelingen der Bundesfeier trugen auch Bernhard Scherrer mit seiner 20köpfigen Crew am Brunchbuffet bei. Und der Musikverein Weinfelden, der trotz Sommerferien mit 35 Musikantinnen und Musikanten antrat, unterhielt die Festgemeinde unter der Leitung von Bruno Uhr mit gefälligen Melodien. Der Musikverein begleitete die Festgemeinde auch beim Gesang des Wyfälder und des Thurgauer Lieds, und schliesslich bei der Landeshymne – mit dem alten Text.