WEINFELDEN: Rückkehr in die alte Heimat

Sonja Lippuner bestreitet dieses Jahr das Sommeratelier in der Remise. Morgen zeigt die Steinbildhauerin ihr bisheriges Schaffen an einem Tag der offenen Tür.

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Künstlerin Sonja Lippuner arbeitet in der Remise an einem Ausstellungsobjekt aus Kupferrohr und Gips. (Bild: Mario Testa)

Künstlerin Sonja Lippuner arbeitet in der Remise an einem Ausstellungsobjekt aus Kupferrohr und Gips. (Bild: Mario Testa)

Überall liegt feiner, weisser Staub auf dem Boden der Remise im Haus zum Komitee in Weinfelden. Es ist Gips – und das Resultat der Schleifarbeiten von Sonja Lippuner. Seit gut zwei Monaten arbeitet die Steinbildhauerin schon in der Remise im Rahmen des diesjährigen Sommerateliers. «Im Moment weiss ich noch nicht genau, was daraus wird. Es ist ein Prozess. Am Schluss werde ich sehen, ob es funktioniert oder nicht», sagt die Künstlerin. «Ich stehe nicht unter Zeitdruck.»

Sonja Lippuner ist in Hugelshofen aufgewachsen, sie lebt, wohnt und arbeitet aber bereits seit zehn Jahren in Basel. «Für mich ist es ein Zurückkommen in die alte Heimat. Von Hugelshofen aus war ich sehr oft in Weinfelden.» Sie sei im Rahmen der «Werkstatt Thurgau» von Brigitt Näpflin und Ivo Dahinden angefragt worden, ob sie das Sommeratelier bestreiten wolle – und habe gern zugesagt.

Verzerrte Wahrnehmung im Paradies

Auch wenn derzeit noch nicht viel von den Skulpturen und Bildern zu erkennen ist, die dereinst die Remise füllen sollen, welches Thema sie im Sommeratelier aufgreifen wird, ist für Lippuner klar. «Die Ausstellung steht unter dem Titel ‹Paradise Island – oder wie wir leben wollen›. Ich beschäftige mich also damit, wie und wo wir leben wollen und dazu auch mit der Wahrnehmung verschiedener Wirklichkeiten.» Die Ausstellung werde zum Schluss humoristische, abstrakte und kritische Elemente aufweisen.

Die Remise sei für sie wie ein Labor, in dem sie experimentieren könne und sehr viel Platz habe für die Installationen. Bohrer, Cutter und Messer liegen zwischen Gips-, Styropor- und Kartonelementen. «Ich versuche, mit wenig Werkzeug auszukommen, Werkzeuge bremsen nur», sagt die 29-Jährige. In der Not weiss sie sich zu helfen, ein Kupferrohr mit Gipsklumpen biegt sie spontan an den Gittern vor den Remise-Fenstern zurecht.

Morgen Samstag ist im Sommeratelier Tag der offenen Tür. Von 14 bis 17 Uhr stehen die Tore der Remise für alle Interessierten offen und die Künstlerin beantwortet Fragen zu ihrer Arbeit.

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

www.sommeratelier.ch