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WEINFELDEN: Platz geben statt zähmen

Der Themenabend zur Thurrenaturierung ist am Montagabend auf grosses Interesse gestossen. Über 200 Gäste folgten den Ausführungen von alt Brunnenmeister Pius Huber und Regierungsrätin Carmen Haag.
Mario Testa
Die Organisatoren Samuel und Beat Curau (CVP), Steven Müller (J + A) und Manuel Strupler (SVP) nehmen Regierungsrätin Carmen Haag in ihre Mitte. (Bild: Mario Testa)

Die Organisatoren Samuel und Beat Curau (CVP), Steven Müller (J + A) und Manuel Strupler (SVP) nehmen Regierungsrätin Carmen Haag in ihre Mitte. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

Ihr Fluss ist den Thurgauern eine Herzensangelegenheit. Anders ist nicht zu erklären, weshalb sie am Montagabend in grosser Zahl auf den Weinfelder Marktplatz strömten. Viele Sitzbänke mussten die Organisatoren der Weinfelder Ortsparteien CVP, J+A und SVP zusätzlich heranschleppen, bevor es losgehen konnte.

Regierungsrätin Carmen Haag zeigte anhand einer Präsentation auf, wie die Thur im Abschnitt zwischen Bürglen und Weinfelden für 28 Millionen Franken renaturiert werden soll. Interessiert recken alle Zuhörer die Köpfe, folgen Haags Ausführungen aufmerksam. «Die Thur ist und bleibt ein nicht regulierbarer Wildbach, also Wildfluss», stellt Haag zu Beginn klar. «Der Fluss hat das Thurtal immer wieder neu geformt in der Vergangenheit.» Mit der Renaturierung wolle die Regierung künftigen Jahrhunderthochwassern begegnen, indem die Fliessgeschwindigkeit gedrosselt und die Wasserspitze bei Hochwassern deutlich abgesenkt wird. Zudem entstünden heute fehlende Überflutungsräume. «Weinfelden wird dank dieser Massnahmen vor einem Extremereignis geschützt», sagt Haag.

«Es wächst wieder etwas Neues»

Zusätzlich soll die Natur wieder mehr Raum bekommen dank der Renaturierung. «Es wächst wieder etwas Neues, und wir gehen davon aus, dass es künftig sogar mehr Wald hat, einfach eine andere Art von Wald.» Die Landwirtschaftsfläche in Flussnähe ginge um etwa einen Fünftel zurück, wobei der grösste Teil dieses Lands dem Kanton gehöre.

Man wolle der Thur wieder Platz geben, statt sie zu zähmen. «Wir definieren jedoch Interventionslinien. Wenn der Fluss dem Siedlungsgebiet zu nahe kommt, werden Massnahmen ergriffen – auch bauliche, wenn nötig», erklärt Haag. Der vorliegende Plan für die Renaturierung sei ein guter Kompromiss, der über zehn Jahre ausgearbeitet worden sei – er komme nicht zur Abstimmung, da es sich um einen gesetzlichen Auftrag aus Bern handle. Zum Abschluss des Abends zeigten die Organisatoren den Film «Die Rheinmacher». Er zeigt eindrücklich auf, wie der Rhein bei Schaffhausen renaturiert wurde.

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