WEINFELDEN: Paradiesisch

Die Landschaftsarchitektin Marianne Probst aus Frauenfeld kümmert sich seit fünf Jahren um den Park beim Alterszentrum. Das Ergebnis kann sich sehen lassen kann.

Esther Simon
Drucken
Teilen
Die Frauenfelder Landschaftsarchitektin Marianne Probst im Park beim Alterszentrum Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Die Frauenfelder Landschaftsarchitektin Marianne Probst im Park beim Alterszentrum Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

Egal, wo man steht oder sitzt: Die Aussicht auf den Park muss immer schön sein. Dieses Ziel hatte die Frauenfelder Landschaftsarchitektin Marianne Probst vor Augen, als sie vor fünf Jahren die gestalterische Verantwortung für den Park beim Alterszentrum an der Alpsteinstrasse übernahm. Zu dem Auftrag war sie durch Vermittlung einer Innenarchitektin gekommen. Mit seinen etwa 45 Lenzen war der Park damals schon etwas in die Jahre gekommen; es war also an der Zeit, dass sich eine ordnende Hand um ihn kümmerte.

Nicht mit dem Hackebeil dreingefahren

Doch Marianne Probst fuhr nicht mit dem Hackebeil drein. «Der Park war angelegt im Stil der damaligen Zeit», sagt Marianne Probst in einem Gespräch mit der «Thurgauer Zeitung» am Rande des Parks, «das hatte ich zu respektieren. Mir war die Geschichte dieses Ortes wichtig, das Handeln in der Gegenwart wird ja ­immer durch die Vergangenheit beeinflusst.» Sie wollte deshalb die Anordnung mit den Grünflächen, den Bäumen, den Rabatten und dem grossen Weiher beibehalten, aber die einzelnen Gestaltungselemente punktuell besser zur Geltung bringen. Diese Aufgabe hat sie seither in Etappen realisiert. Zunächst allerdings mussten doch ein paar Bäume wie Ahorn und Föhren ihr Leben lassen. Sie drohten umzuknicken und bildeten deshalb eine Gefahr. Andere Bäume, wie die grosse Linde, konnten stehen bleiben. Die Linde ist zweifellos für viele Weinfelderinnen und Weinfelder, die im Alterszentrum leben, eine Erinnerung an die Linde, die auf dem Marktplatz steht. Ausserdem liess Marianne Probst standortgerechte Pflanzen – zum Beispiel Rosen – setzen.

Ein Schutz für Mensch und Tier

Dass der Rasen bis an den Teich reichte, entsprach überhaupt nicht den Sicherheitsvorschriften. Deshalb erweiterte Marianne Probst die Bepflanzung bis zum Teichrand. Diese Bepflanzung schützt nun Mensch und Tier vor dem Hineinfallen. Bei der Bepflanzung achtete Marianne Probst auch darauf, dass all die Pflanzen und Sträucher in jeder Jahreszeit ein anderes, harmonisches Bild vor das Auge zaubern. Die Gestaltung und Pflege der Parks beim Alterszentrum ist Marianne Probst eine Herzensangelegenheit, weil «viele Leute, die hier wohnen, früher ja selber einen Garten hatten. Gerade im Sommer ist der Park für sie ein wichtiger Wohn- und Lebensraum.» Der Park gefalle den Leuten offensichtlich. «Ich bekomme viele Komplimente», sagt die Landschaftsarchitektin.

Marianne Probst begleitet den Park ständig, wenn auch oft nur in Gedanken. Ein paarmal pro Jahr stattet sie ihm einen Besuch ab, um Pflegemassnahmen zu beeinflussen. Das Alterszentrum hat von ihr eine Anleitung erhalten für Arbeiten, die das Personal selber ausführen kann. «Regelmässig und zum richtigen Zeitpunkt», sagt Marianne Probst. Dazu gehört auch das Füttern der Fische im Teich.