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WEINFELDEN: Ohne Geld keine Behandlung

Der langjährige Weinfelder Arzt Christoph Althaus engagiert sich seit seiner Pensionierung für die Ruedi-Leuppi-Stiftung an der westafrikanischen Elfenbeinküste. Er hilft mit beim Aufbau eines Spitals.
Mario Testa
Der Weinfelder Arzt Christoph Althaus bespricht im Spital in Dabou mit den Pflegerinnen die Behandlung einer Patientin. (Bild: PD)

Der Weinfelder Arzt Christoph Althaus bespricht im Spital in Dabou mit den Pflegerinnen die Behandlung einer Patientin. (Bild: PD)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

Herr Althaus, wie oft reisen Sie an die Elfenbeinküste nach Dabou ins Spital, das von der Ruedi-Leuppi-Stiftung unterstützt wird?

Ich reise drei- bis viermal pro Jahr nach Dabou. Dort bin ich im Hôpital Méthodiste für die Ausbildung der Mediziner zuständig.

Wie bereiten Sie sich auf ihre Einsätze vor?

In den zwei Monaten vor der Reise gehe ich jeweils drei- bis viermal pro Woche in die Unibibliothek und informiere mich über die von den Afrikanischen Ärzten gewünschten Krankheitsgebiete wie Infektionen, Herz- und Lungenkrankheiten, HIV oder Tropenkrankheiten. Meine Vorbereitungen übersetze ich dann noch auf französisch.

Was leistet die Ruedi-Leuppi-Stiftung denn im Spital an der Elfenbeinküste?

Ruedi Leuppi hat mit seiner Stiftung das Spital seit dem Jahr 2000 aufgebaut – damals gab es keine einzige Urologie im ganzen Land. Praktisch alle Geräte und die gesamte Einrichtung stammt aus der Schweiz – finanziert durch Spenden. Darunter sind etwa 120 Betten, Computer und die gesamte Einrichtung des Operationssaals. Leuppi führt alle zwei Monte mit den lokalen Ärzten urologische Operationen durch und lehrt ihnen die Technik.

Wie steht es denn mit der Gesundheitsversorgung an der Elfenbeinküste?

Die Armut im Land ist so gross, dass die Patientenzahl stetig rückläufig ist. Das Problem ist, dass die Leute alle medizinischen Behandlungen selber bezahlen müssen. Weil vielen das Geld fehlt – das Durchschnittseinkommen liegt bei einem Franken pro Tag – werden sie von den Spitälern einfach abgewiesen und ihrem Schicksal überlassen. Diese Realität ist für uns schweizer Ärzte schwierig zu ertragen. Auch wenn im Land eine gewisser Aufschwung herrscht, ist der Regierung die Gesundheitsversorgung nicht wichtig genug, um in sie zu investieren.

Welche Krankheiten kommen denn häufig vor?

Es grassieren Malaria, Typhus und Gelbfieber. Dazu kommen viele Hirnschläge, Diabetes und eine extrem hohe HIV-Rate, etwa jeder fünfte Einwohner des Landes ist HIV-positiv. Dank der Stiftung von Bill Gates wird in diesem Bereich viel getan, aber die anderen Krankheiten können sich schnell ausbreiten. Meist sind es nur Pfleger in sogenannten Gesundheitspraxen, die für die Versorgung zuständig sind.

Wie lange sind Sie schon für die Ruedi-Leuppi-Stiftung engagiert?

In den letzten drei Jahren durfte ich Ruedi Leuppi schon neun Mal nach Dabou begleiten. Ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz im April. Neben der Förderung der Ärzte obliegen mir weitere Aufgaben wie das Labor, Röntgen oder die Spitalhygiene. Mit jedem Besuch kommen weitere Aufgaben hinzu.

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