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WEINFELDEN: Neue Freiheit für die Reiter

Seit kurzem überspannt eine neue, grössere Brücke den Industriekanal beim Kraftwerk Wyden. Sie ermöglicht nun auch Ross und Reiter die Passage. Dank ihr können die Pferdefreunde die verkehrsreichen Strassen im Westen von Weinfelden umgehen.
Mario Testa
Susanne Germann reitet mit Molly über die neue Brücke. Sie verbindet etwa 100 Meter vor dem Elektrizitätswerk Wyden die beiden Seiten des Industriekanals. (Bild: Mario Testa)

Susanne Germann reitet mit Molly über die neue Brücke. Sie verbindet etwa 100 Meter vor dem Elektrizitätswerk Wyden die beiden Seiten des Industriekanals. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

Molly kennt die Brücke schon. Das Pferd hat keine Probleme damit, über die Holzplanken zu gehen und so von einer Seite des Industriekanals auf die andere Seite zu gelangen. Möglich ist dieses Übersetzen für das Pferd und seine Reiterin jedoch erst seit kurzem. «Vor zwei Wochen stand die Brücke plötzlich da, ich habe mich riesig gefreut», sagt Susanne Germann. Die Betriebsleiterin der Fohlenweid schwärmt förmlich vom Stahlkonstrukt, das sich nun kurz vor dem Kraftwerk Wyden ganz im Westen von Weinfelden über den Kanal spannt.

Früher war an selber Stelle nur ein schmaler, leichter Steg. «Da wäre ich niemals mit einem Pferd hinüber geritten, das wäre sehr gefährlich gewesen. Und ob das Brücklein das ganze Gewicht gehalten hätte, weiss ich auch nicht. Bei dieser Brücke ist das kein Problem mehr. Mit ihr haben die Erbauer uns Reitern ein riesiges Geschenk gemacht», sagt Germann.

Ihre Pferde habe sie in den vergangenen Tagen mit der Brücke vertraut gemacht, sagt die diplomierte Reitlehrerin. «Anfangs muss man absteigen und die Pferde rüber führen, damit sie sich an das unbekannte Terrain gewöhnen. Aber das geht relativ schnell und dann haben sie bald keine Mühe mehr, die Brücke zu passieren.»

Drei Organisationen spannen zusammen

Gebaut wurde die neue Brücke in Zusammenarbeit zwischen der Politischen Gemeinde Weinfelden, der Bürgergemeinde Weinfelden als Grundbesitzerin und der Wasserkraftwerke Weinfelden AG als Kanalbesitzer. Laut Kaspar Böhi von den Wasserkraftwerken hätte das bestehende Brüggli zwar noch länger gehalten, «aber es entsprach wohl nicht mehr neusten Sicherheitsempfehlungen. Als der Wunsch nach einer pferdetauglichen Brücke an uns herangetragen wurde, sind wir gern darauf eingegangen.» Die Kosten für die neue Brücke hätten sich die drei Beteiligten aufgeteilt. «Es hat sicher ein Jahr für die Bewilligungen gebraucht. Die Brücke wäre in zwei Monaten gebaut gewesen.»

Der Wunsch einer grösseren Brücke kam von Hans-Kaspar Bornhauser, dem Pächter der Fohlenweid. Auslöser war die deutliche Zunahme des Verkehrs auf den Strassen um die Anlage. «In den vergangenen Jahrzehnten wurde es immer schwieriger für uns Reiter. Mit der Abwasserreinigungsanlage, dem Stadler-Zentrallager und der Kompostieranlage hat der Verkehr massiv zugenommen. Während man dort früher noch gefahrlos auch mit Reitschülern durch konnte, ist das jetzt kaum noch möglich», sagt Bornhauser. Gewisse Pferde scheuten bei all den rumpelnden Fahrzeugen und zudem verhinderten neue Absperrungen das Reiten durchs Thurvorland. «Innert weniger Jahre haben deshalb auch fünf von rund 20 Personen mit Pensionspferden bei uns auf der Fohlenweide gekündigt, das ging ans Eingemachte», sagt Bornhauser. Umso dankbarer ist er, dass jetzt das Reiten Richtung Westen durch den Wald, abseits der Verkehrsrouten wieder möglich ist. «Die Brücke ist ein leuchtendes Beispiel für ein gelungenes Gemeinschaftswerk.»

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