WEINFELDEN: Neubau statt Sanierung

Das Siegerprojekt für den Ersatz des Primarschulhauses Martin Haffter heisst Phoenix. Der quadratische Holzbau soll südlich des alten Schulhauses zu stehen kommen.

Mario Testa
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Fachbearbeiter Markus Giger, Architekt Manuel Gysel, Jurymitglied Martin Bauer, Architekt Dominik Isler, Primarschulpräsident Thomas Wieland und Schulsekretär René Diethelm präsentieren das Siegerprojekt «Phoenix» für den Neubau des Martin-Haffter-Schulhauses. (Bild: Mario Testa)

Fachbearbeiter Markus Giger, Architekt Manuel Gysel, Jurymitglied Martin Bauer, Architekt Dominik Isler, Primarschulpräsident Thomas Wieland und Schulsekretär René Diethelm präsentieren das Siegerprojekt «Phoenix» für den Neubau des Martin-Haffter-Schulhauses. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

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@thurgauerzeitung.ch

Sie heissen «Toast Hawaii», «La vache qui rit» oder «Radicchio». Dabei handelt es sich aber nicht etwa um Zutaten für eine abwechslungsreiche Mahlzeit, sondern viel mehr um die Namen, welche die Architekten ihren Projektideen für den Ersatz des Martin-Haffter-Schulhauses gegeben haben. Das Interesse am Architekturwettbewerb der Primarschule Weinfelden war gross. 56 Architekturbüros aus der Schweiz, Österreich und Deutschland haben ihre Projektideen fristgerecht bis am 9. Fe­bruar eingereicht, angemeldet hatten sich ursprünglich gar 84.

Im vergangenen Monat hat die neunköpfige Jury und anschliessend auch die Primarschulbehörde nun ihren Favoriten auserkoren und gestern den Medien präsentiert. Das Siegerprojekt heisst Phoenix und stammt vom Zürcher Büro Isler Gysel Architekten GmbH. «Den Entscheid für dieses Projekt fällte die Jury einstimmig. Und auch der anschliessende Entscheid der Behörde war einstimmig», sagt Primarschulpräsident Thomas Wieland. «Das Projekt hat auf ­allen Stufen überzeugt – von der Raumaufteilung über die Nutzungsmöglichkeiten bis zu den Kosten und dem Bauablauf.»

Notspital im Untergrund dient als Fundament

Das Siegerprojekt ist wie rund zwei Drittel aller eingereichten Ideen ein Neubau. «Ob Neubau oder Sanierung war eine schwierige Frage», sagt Architekt Dominik Isler. «Wir haben darauf geachtet, dass es dank sogenannter Cluster sehr modular nutzbar ist, viele Wände nicht tragend sind und die Räume somit auch gut an künftige Anforderungen angepasst werden können.» Das quadratische, dreigeschossige Holzgebäude soll südlich des jetzigen Schulhauses direkt über das Notspital im Untergrund zu liegen kommen. «Wenn wir das Notspital als Fundament nützen, ist ein Holzbau wegen der geringeren Last sinnvoll», sagt Architekt ­Manuel Gysel. «Zudem geht der Aufbau schneller voran.» Bis der Neubau also fertig wäre, könnten die Schüler im alten Schulhaus unterrichtet werden, ein teures Provisorium wäre nicht nötig. «Das ist in die Kostenabschätzung eingeflossen» sagt Thomas Wieland, der jedoch betont, dass er derzeit noch keine Zahlen nennen will. Die möglichen Baukosten zur Beurteilung durch die Jury seien Aufgrund von Kubatur und Materialien berechnet worden. «Diese Berechnungen haben deutlich gemacht, dass die Neubauvarianten nicht teurer sein müssen als eine Sanierung und Erweiterung des mittlerweile 43-jährigen Schulhauses.» Wie Phönix aus der Asche soll das alte Schulhaus also sterben dürfen und im strahlenden Glanz wieder zum Leben erwachen, sinniert Wieland. Einziger Makel an diesem Vergleich zur Mythologie, im Falle des Schulhauses müsste der Phönix zuerst auferstehen, bevor er einige Monate später sterben darf. Als nächster Schritt arbeitet die Primarschule nun eine Abstimmungsvorlage für den Projektierungskredit aus. Über diesen könnte bereits im September abgestimmt werden und im Frühling 2018 dann über den Baukredit. Im Idealfall wäre das neue Schulhaus im Sommer 2020 bezugsbereit.