WEINFELDEN: Nasser Start für den Flohmarkt

Wegen der Osterferien und des schlechten Wetters kamen weniger Marktfahrer und viel weniger Besucher.

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Zwei Spielverderber trüben die Bilanz des ersten Flohmarkts der neuen Saison. Sowohl das frühe Osterdatum als auch das überhaupt noch nicht an den Frühling erinnernde Wetter drückten am Ostersamstag beim traditionellen Frühlingsflohmarkt die Besucherzahl. Auch auf Seiten der Aussteller war der Zulauf geringer als sonst. Anstelle der üblicherweise fast 40 Stände richteten am regnerischen und kühlen Vormittag gerade mal knapp 20 Verkäufer ihre Stände auf dem Weinfelder Marktplatz ein. Auch die wenigen Besucherinnen und Besucher konnte man fast an einer Hand abzählen.

Kalte Füsse statt volle Kassen

«Normalerweise haben wir doppelt so viele Verkaufsstände an den Weinfelder Flohmärkten», sagt Toni Pfeffer. Der 61-jährige Frührentner und pensionierte Baupolier aus Amriswil organisiert den Weinfelder Flohmarkt seit sieben Jahren. «Ich vermute, dass die schlechten Wetterprognosen und das Durchführungsdatum am Ostersamstag mehrere traditionelle Flohmarktfahrer an der Teilnahme am diesjährigen Flohmarkt kurzfristig abgehalten haben», sagt Pfeffer, der an einem Stand selber Briefmarken und Dokumente mit seltenen Poststempeln anbietet. Statt sich über regen Handel und klimpernde Kassen zu freuen, kämpfen alle Flohmarktverkäufer an diesem Ostersamstag eher mit klammen Fingern und kalten Füssen.

Nicht abhalten liessen sich trotz der trüben und nicht gerade vielversprechenden Wetterprognosen die Frauen des Frauenvereins Märstetten. Sie sind seit Jahren am Flohmarkt in Weinfelden vertreten und betreiben neben einem Verkaufsstand das Marktbeizli mit heissem Kaffee und Hotdogs. «Wir haben bereits um sechs Uhr morgens mit dem Aufstellen und Einrichten angefangen und die ersten warmen Kaffees bereits vor dem offiziellen Marktbeginn um 8 Uhr ausgeschenkt», sagt Lilo Bickel vom Frauenverein. Immerhin die Heissgetränke scheinen also auf Nachfrage zu stossen.

Es reicht nicht einmal für die Standmiete

Ebenfalls seit sechs Uhr am frühen Morgen ist Barbara Eber­hardt aus Bürglen auf dem Marktplatz am Einrichten ihres Verkaufsstandes. «Ich gehöre nicht zu den Angefressenen und gehe jährlich nur an wenige Flohmärkte. Vor einer Woche war ich in Grabs, aber auch dort ist nicht gerade viel gelaufen. Heute hier in Weinfelden habe ich im Vergleich dazu sogar noch weniger verkauft und bis jetzt nicht einmal die Standmiete eingenommen», sagt die Hausfrau und reibt sich die kalten Hände. Vom stundenlangen Herumstehen hat auch sie kalte Hände und Füsse bekommen. Dagegen hilft nicht einmal mehr ein heisser Kaffee.

Rudolf Steiner

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch