WEINFELDEN: Inspiration am frühen Morgen

Auf dem Gelände der Meyerhans Mühlen hat gestern der 17. TKB Early Morning Talk stattgefunden. «Befreien Sie sich von ihrer intellektuellen Zwangsjacke», forderte Referentin Anja Förster die 350 Gäste auf.

Mario Testa
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Business-Querdenkerin Anja Förster spricht zu den Besuchern des TKB Early Morning Talks. (Bild: Mario Testa)

Business-Querdenkerin Anja Förster spricht zu den Besuchern des TKB Early Morning Talks. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa@thurgauerzeitung.ch

Mit dem Griff zu den schwarzen Gipfeli morgens um halb sieben haben die Gäste des TKB Early Morning Talks bereits den ersten Schritt getan. Sie haben ihre Gewohnheiten überwunden und etwas Unbekanntes, Neues ausprobiert. Genau dieses Verhalten forderte Referentin Anja Förster von den rund 350 Gästen aus Politik und Wirtschaft, die der Einladung der Thurgauer Kantonalbank zum frühmorgendlichen Gespräch aufs Gelände der Meyerhans Mühlen in Weinfelden gefolgt sind. «Befreien Sie sich von Ihrer intellektuellen Zwangsjacke. Machen Sie alles, ausser Gewöhnliches», sagte die Business-Querdenkerin und Bestsellerautorin aus Heidelberg während ihres 40-minütigen Referats.

Förster gab den Zuhörenden Denkanstösse, wie sie dank Innovation auch künftig erfolgreich geschäften können. Denn eins sei klar: «Die jungen Unternehmer in der digitalen Welt haben den Respekt vor althergebrachten Strukturen verloren, und sie konkurrenzieren so auch etablierte Unternehmen. Ein gutes Beispiel ist der Taxidienst Uber, über den anfangs alle nur gelacht haben – aber der Erfolg gibt den Initianten recht.» Während es in der Vergangenheit gereicht habe, mit Sorgfalt, Fleiss und der nötigen Intelligenz ein gutes Produkt herzustellen, um erfolgreich zu sein, brauche es heute in Zeiten grosser Transparenz und Vergleichbarkeit mehr. «Sie brauchen heute auch Initiative, Kreativität und Leidenschaft.»

«Firmen ohne Niederlagen sind kreativ tot»

Anhand von Beispielen zeigte Förster auf, wie Unternehmen dank unkonventioneller Ideen erfolgreich sein können. Da gibt es den Schweizer Matratzenhersteller Elite, der seine Schlafunterlagen seit einigen Jahren an Hotels verleast, anstatt sie zu verkaufen, und so der ausländischen Billigkonkurrenz erfolgreich Paroli bietet. Oder James Dyson, der über 5000 Prototypen herstellte, bis er den ersten funktionstüchtigen Staubsauger ohne Beutel in die Läden brachte und damit reich wurde. «Schauen Sie über den Tellerrand – auch auf Modelle anderer Branchen. Experimentieren Sie ganz unverkrampft und akzeptieren Sie Rückschläge. Ein Unternehmen ohne Niederlagen ist kreativ tot.»

Begrüsst zum Early Morning Talk hat Remo Lobsiger, Leiter des Bereichs Geschäftskunden der TKB. «Sind wir ehrlich, die meisten von uns halten an lieb gewonnenen Gewohnheiten fest - wir sind in Vielem Gewohnheitstiere. Sei es bei den Kleidern, dem Essen, den Ritualen», sagte Lobsiger in seinen Begrüssungsworten. Angesprochen auf das Referat von Anja Förster sagt er: «Innovation ist auch bei der TKB ein wichtiges Thema. Es hat sich diesbezüglich einiges verändert in den vergangenen Jahren – so haben unsere Mitarbeitenden beispielsweise noch mehr Möglichkeiten, sich einzubringen. Wir sind offen für Neues.» Er werde sich den Tipp von Förster zu Herzen nehmen, jede Woche ein kleines Experiment zu wagen. «Es muss nicht immer der ganz grosse Wurf sein, es gibt auch immer wieder kleine Punkte, an denen jeder Einzelne ansetzen kann.»

Bei einem ausgiebigen Frühstück im Festzelt und geführten Rundgängen durch die Mühlenanlagen liessen die 350 Gäste den inspirierenden Morgen ausklingen. Bereits heute steht erneut ein Early Morning Talk an selber Stelle mit erneut rund 300 Gästen an.