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WEINFELDEN: Ihr Haus ist voller Schuhe

Ena Ringli ist Schuhmacherin. Am Wochenende lud sie Interessierte zu sich in die Werkstatt ein. Ihre Arbeit ist nicht nur aufwendig, sondern führt auch ein Stück Thurgauer Tradition fort.
Lukas Hutter
Hier in der Werkstatt von Schuhmacherin Ena Ringli entstehen verschiedene Schuhe aus Leder. (Bild: Lukas Hutter)

Hier in der Werkstatt von Schuhmacherin Ena Ringli entstehen verschiedene Schuhe aus Leder. (Bild: Lukas Hutter)

Lukas Hutter

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch

Sie lebt den Traum vieler Frauen – Ena Ringli hat das Haus voller Schuhe, aber noch lange nicht genug. Bei ihr hat das einen speziellen Grund: Sie ist Schuhmacherin und stellt die Fussbekleidungen in aufwendiger Handarbeit selbst her. Am Wochenende öffnete Ringli ihre Werkstatt im Hard und gewährte Einblicke in die Schuhherstellung. Zusammen mit ihren Gästen, Gusstechniker Moritz Ganzoni aus Hefenhofen und Schal- und Tuchherstellerin Josephine Hosse aus Zürich, war es eine kleine Ausstellung der Kunsthandwerke.

«Es ist mir wichtig, dass die Leute wissen, was für eine Arbeit hinter den Schuhen steckt», sagt Ringli. Die vielen Arbeitsschritte, die es braucht, um von einem Stück Leder und einer Sohle den fertigen Schuh herzustellen, bedeuten einen ganzen Tag Arbeit. «Davon ist immer noch der grösste Teil Handarbeit, wie vor 50 Jahren», sagt sie.

Häufig handelt es sich bei den Schuhen, die Ringli herstellt, um Auftragsarbeiten. Wie unterschiedlich Fussformen sein können, beweist in der Werkstatt ein Regal mit unzähligen Leisten. Ringli scheut sich nicht, ihren Ort des Schaffens zu zeigen. Verstreut liegen Schuhe in unterschiedlichen Produktionsstadien, dazwischen Werkzeuge, die erstaunlich grob wirken und eher an Schmiedeutensilien erinnern. Der markante Duft von frischem Leder liegt in der Luft. In der Ecke ein Ungetüm von einer Schuhpoliermaschine, die den letzten Feinschliff verpasst.

Ihre Faszination für Schuhe besitzt Ena Ringli bereits seit der Kindheit. Von der Pike auf erlernte sie das Handwerk der Schuhmacherei und schloss schliesslich in Pirmasens als Diplomingenieurin in Schuh- und Ledertechnik ab. Nach mehreren Jahren im Ausland bei namhaften Schuhproduzenten zog es sie jedoch zurück in den Thurgau, wo sie ihre eigene Schuhkollektion «yép» entwarf. Der Thurgau besitzt bereits eine Vergangenheit in der Schuhmanufaktur, vor rund 50 Jahren standen im Thurgau noch bis zu 40 Schuhfabriken. Aber die Manufakturen mussten schliessen oder verlagerten ihre Arbeit ins Ausland. Ringli führt mit ihrer kleinen Werkstatt somit auf eigene Faust ein Stück Thurgauer Tradition fort.

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