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WEINFELDEN: Hier muss ein Zebrastreifen hin

Nach den Sommerferien überqueren Schüler des Elisabetha-Hess-Schulhauses die Bachtobelstrasse beim Restaurant Reben. Die Gemeinde will deshalb einen Fussgängerübergang. Der Kanton weigert sich jedoch.
Sabrina Bächi
Katharina Alder und Fritz Streuli fordern einen Fussgängerstreifen. Hier geht nach den Sommerferien der Schulweg durch. (Bild: Mario Testa)

Katharina Alder und Fritz Streuli fordern einen Fussgängerstreifen. Hier geht nach den Sommerferien der Schulweg durch. (Bild: Mario Testa)

Sabrina Bächi

sabrina.baechi

@thurgauerzeitung.ch

In Weinfelden sorgen derzeit gelbe Streifen für rote Köpfe. In einem halben Jahr öffnet das neue Elisabetha-Hess-Schulhaus seine Türen. Viele Schüler werden dann auf ihrem Schulweg die Bachtobelstrasse beim Restaurant Reben überqueren. Ginge es nach der Gemeinde, wäre längst ein Fussgängerstreifen auf der Strasse. Doch das Hindernis ist diesmal der Kanton. Der Fussgängerstreifen mausert sich zum Problem- und Streitfall zwischen Gemeinde und dem zuständigen kantonalen Amt.

Katharina Alder, Gemeindeparlamentarierin und wohnhaft an der Magdenaustrasse, ist als Mutter direkt von diesem Strassenübergang betroffen. «Alle Schüler werden auf ihrem Schulweg genau diese Stelle benutzen, um die Bachtobelstrasse zu überqueren. Was aber fehlt, ist ein Fussgängerstreifen», sagt Alder.

Sichtverhältnisse sind zu schlecht

Die Sache ist verzwickt: «Die Bachtobelstrasse ist eine Kantonsstrasse, die Entscheidung über einen Streifen liegt deshalb nicht bei der Gemeinde», erklärt Gemeinderat Hans Eschenmoser die Ausgangslage. Aufgrund des Fussgängerstreifen-Wunsches hat der Kanton an der fraglichen Stelle Messungen durchgeführt und Folgendes festgestellt: «Die Sichtverhältnisse für eine Markierung sind nicht gegeben und die Frequenz an Autos ist zu tief», sagt Andreas Gsell vom kantonalen Tiefbauamt. Der Kanton hat entsprechend einen Streifen abgelehnt. Für Gemeinderat Hans Eschenmoser ist aber klar: «Wir wollen einen Streifen.» Katharina Alder freut sich über die entschlossene Haltung der Gemeinde. «Es geht schliesslich darum, dass Kinder dort über die Strasse müssen», sagt sie. Fritz Streuli, der als Gemeindeparlamentarier in der Fachkommission Langsamverkehr ist, setzt sich ebenfalls für die Markierung ein. «Ich verstehe die Sorgen der Eltern», sagt er.

Aufgrund der Absage des Kantons, hat die Gemeinde einen rechtsmittelfähigen Entscheid verlangt. Die Entscheidung, ob es einen Streifen gibt, liegt nun beim Verwaltungsgericht. Die Gemeinde hat sogar einen Juristen engagiert, «damit keine Fehler passieren, der Streifen ist uns zu wichtig», sagt Eschenmoser. Ein ungewöhnlicher Weg, findet Andreas Gsell: «Vorgeschlagen haben wir einen gemeinsamen Augenschein vor Ort, um zu erklären, weshalb ein Streifen nicht sinnvoll ist.» Jetzt geht es auf juristischem Weg weiter.

Fussabdrücke als Alternative

«Ein Fussgängerstreifen ist immer eine emotionale Sache», sagt Gsell. Er weiss auch, dass einige bestehende Streifen die Norm und die Richtlinien der Bundesstelle für Unfallverhütung nicht erfüllen. Er rät an der fraglichen Stelle aber zu einer anderen Möglichkeit: Fussabdrücke am Rand der Strasse sollen den Schülern zeigen, wo sie einen guten Überblick haben und die Autos sehen können. «Da die Strasse nur wenig befahren ist, haben die Schüler genügend Zeit, zwischen den Autos die Strasse zu überqueren.» Die Schüler wissen dann, dass sie warten müssen, bis die Strasse frei ist, sagt Gsell. Ein Fussgängerstreifen, den Automobilisten zu spät sehen, vermittelt den Kindern eine falsche Sicherheit, ist der Experte überzeugt. Fritz Streuli sieht das nicht so: «Ich finde, genau die Fussabdrücke bringen falsche Sicherheit, darum braucht es den Streifen.» Gemeinderat Eschenmoser ist positiv gestimmt, dass sich das Verwaltungsgericht für das Anliegen der Gemeinde entscheidet. «Ein Streifen ist die einzige Lösung für uns.»

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