WEINFELDEN: Heisse Debatte über die Rentenreform

Top60-Thurgau hat zur Debatte über die anstehende Abstimmungsvorlage eingeladen. Sie stand unter dem Titel «Überfällig, unnötig oder ungenügend?».

Margrith Pfister-Kübler
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FDP-Nationalrat Hermann Hess, SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher und Pensionskassenexperte Roland Schorr. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

FDP-Nationalrat Hermann Hess, SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher und Pensionskassenexperte Roland Schorr. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Das Interesse an der öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Gasthaus zum Trauben war gross. Organisator Heinrich Vogel vom Verein Top60-Thurgau versprach nicht zu viel, als er versicherte, dass der Event sehr gut auf die Abstimmung am 24. September vorbereite. Der Verein Top60-Thurgau ist eine Organisation liberaler, älterer Thurgauer, die sich für ein von Gemeinsinn geprägtes Zusammenleben zwischen Alt und Jung engagieren.

In der Debatte sprach SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher von einer Reform, die eine ausgewogene Lösung bringe und finanzierbar sei. Es sei ein gutes Mischpaket. «Am Schluss kommt es darauf an, was die Leute im Portemonnaie haben. Sagen Sie zweimal Ja, bei einem Nein bringt die Zukunft nur schlechtere Lösungen.» FDP-Nationalrat Hermann Hess will zwar auch eine Rentenreform, aber nicht zu jedem Preis; er stemmt sich gegen das Geldverteilen im Giesskannenprinzip, «was letztlich eine Schwächung der Eigenverantwortung ist». Hess fordert eine Neuzusammensetzung des Puzzles und setzt auf das Stimmvolk, die Vorlage abzulehnen.

Aus Sicht des Versicherungs­experten Roland Schorr von der Keller Pensionskassenexperten AG ist die Reform fällig und nötig, aber versicherungstechnisch nicht ausgereift. Dass die Vorlage gespaltene Gefühle auslöst, zeigten das Podiumsgespräch und die eifrig geführte Fragerunde. Finanzielle Ängste wurden geäussert und die längeren Lebensarbeitszeiten kritisiert.

Ältere Menschen mit Beschäftigung sind gesünder

Das Fazit von Heinrich Vogel von Top60: Ältere Menschen, die eine Beschäftigung haben, sind weniger krank, haben eine höhere Lebensqualität, entlasten das Gesundheits- und Sozialsystem und so auch die nachfolgenden Generationen. Eine Abstimmungsparole hat der Verein nicht gefasst.

Zentrale Elemente der Reform sind die Anhebung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre, die Senkung des Umwandlungssatzes der Pensionskasse von 6,8 auf 6 Prozent und die Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken. Finanziert werden soll dies mittels Mehrwertsteuererhöhung.

Margrith Pfister-Kübler

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch