WEINFELDEN: Gesang aus 800 Kehlen

Die Chorweihnacht ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Am Dienstagabend fand sie zum zehnten Mal statt und lockte Hunderte Sänger und Zuhörer in die evangelische Kirche.

Monika Wick
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Die evangelische Kirche in Weinfelden war auch an der zehnten Chorweihnacht vom Dienstagabend voll besetzt. (Bild: Andrea Stalder)

Die evangelische Kirche in Weinfelden war auch an der zehnten Chorweihnacht vom Dienstagabend voll besetzt. (Bild: Andrea Stalder)

Monika Wick

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch

Fast schien es so, als wollten die Glocken der evangelischen Kirche am Dienstagabend rufen: «Kommt hoch zur Kirche, hier ist heute was los.» Tatsächlich fand zum zehnten Mal die Weinfelder Chorweihnacht statt und lockte neben den sechzehn Chören mit ihren etwa 400 Sängerinnen und Sängern weitere 400 Zuhörer in das Gotteshaus.

Während die Chöre oben auf der Empore ihre Plätze einnahmen, versuchten die Besucher unten, einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern. Diejenigen, denen in dieser Hinsicht das Glück nicht hold war, stellten sich an die Wände oder auf die Treppen. Den Auftakt zur Chorweihnnacht machte der evangelische Kirchenchor mit der Kantate «Mache dich auf, werde Licht». Hans Ruedi Fischer (fis.) ist der Mann, der seit der ersten Auflage der Chorweihnacht im Jahr 1998 durch das Programm führt. «Dein Stern ist uns erschienen und leuchtet bis in unsre Zeit. Lass uns, o Herr, dir dienen, mach uns dazu auch heut’ bereit», rezitierte er von der Kanzel herab aus der «Wienachtsgschicht» von Erich Büsser.

Zum Gedenken an die Verstorbenen

«Ich stelle sie als Grusswort vor die Chorweihnacht, weil es eine wunderbare Fügung wollte, dass der dorfverbundene Mann, Komponist, Organist, Musiklehrer, Chorleiter und Gründer des Abendmusikzyklus vor einem Jahr an Heiligabend am Ziel seiner irdischen Reise angekommen ist», sagte Fischer. Er unterliess es nicht, auch aller anderen Verstorbenen, die zur Weinfelder Weihnachts-Chorgemeinschaft gehörten, zu gedenken. Ein ergreifender Moment war, als die rund 800 Leute in der Kirche – Sängerinnen und Sänger sowie die Gäste – gemeinsam das Lied «O du fröhliche, o du selige» anstimmten. Ein Chor nach dem anderen erhob sich danach von seinem Platz und präsentierte ein oder zwei Lieder, die in ihrer Gesamtheit ein wunderbares und abwechslungsreiches Programm ergaben, in dem für jeden Geschmack etwas dabei war. Dabei fiel es oft schwer, dem Wunsch des Veranstalters zu entsprechen und mit dem Applaus bis zum Ende des Konzertes zu warten. Der kleinste teilnehmende Chor war The Singers mit seinen sechs Sängerinnen und zwei Sängern. Nichtsdestotrotz vermochten sie die Kirche mit ihrem Lied «That’s Christmas To Me» genauso zu füllen wie das grösste, aus dem Seniorenchor Weinfelden, dem Männerchor Frohsinn und dem Trachtenchor Weinfelden bestehende Ensemble.

Ins Leben gerufen worden war die Chorweihnacht von Fritz Müller 1998 im Rahmen der Feierlichkeiten zu 200 Jahren Helvetik und 150 Jahren Bundesstaat. Seit Beginn spendet der Veranstalter die Kollekte an wohltätige Institutionen. Am Dienstag kamen fast 7220 Franken zusammen. Gemäss Fritz Müller konnten an allen Chorweihnachten 52400 Franken gesammelt werden.

Teilnehmer an der Chorweihnacht gehen zur Kirche hinauf.

Teilnehmer an der Chorweihnacht gehen zur Kirche hinauf.