Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WEINFELDEN: Gegen die Abrissbirne

Am Samstag hat die Unterschriftensammlung für zwei Initiativen gestartet. Die Initianten wollen die Thurfeldsiedlung vor dem Abbruch schützen und dem Volk mehr Mitspracherecht geben.
Sabrina Bächi
Initiant Urs Koller mit Mitinitianten und Uwe Moor vom Thurgauer Heimatschutz (Mitte) auf der Thurfeldstrasse. (Bild: Sabrina Bächi)

Initiant Urs Koller mit Mitinitianten und Uwe Moor vom Thurgauer Heimatschutz (Mitte) auf der Thurfeldstrasse. (Bild: Sabrina Bächi)

Sabrina Bächi

sabrina.baechi@thurgauerzeitung.ch

Das Wetter ist garstig. Der Wind pfeift kalt um die Ohren. Aber die Initianten lassen sich weder vom kalten Wetter noch von dem rauen Gegenwind, der ihnen auf politischer Ebene entgegen bläst, beirren. Im Gegenteil. Die gewonnene Abstimmung im vergangenen Mai gegen die Umzonung (unsere Zeitung berichtete) hat den Schützern der Arbeitersiedlung Thurfeld Aufwind gegeben. Bei einigen im Initiativkomitee hat erst die gewonnene Abstimmung dazu geführt, sich für die Siedlung einzusetzen. Etwa Rechtsanwalt Christian Schroff, «Weinfelden hat keinen Schutzgedanken, deshalb muss sich das Volk wehren», findet er.

Am Samstag haben die Initianten mit der Unterschriftensammlung für ihre zwei Anliegen angefangen. Eine, um die Häuser an der Thurfeldstrasse vor dem Abbruch zu bewahren und eine zweite, um künftig eine Initiative gegen Abbruchpläne der Gemeinde zu ergreifen. Für beide Begehren brauchen sie bis in drei Monaten je 600 Unterschriften, damit sie zur Abstimmung an die Urne kommen.

Gemeinde politisiert am Volk vorbei

Die Initianten sind guten Mutes. Sie glauben, dass die Gemeinde beim Projekt Thurfeld an der Bevölkerung vorbeipolitisiert und dass die Siedlung einzigartig in Weinfelden ist und deshalb erhalten werden soll. «Die Häuser definieren die Strassenflucht, das ist speziell», erklärt Urs Koller vom Initiativkomitee. «Architektonisch sind die Häuser nicht bedeutend. Das Objekt in seiner Gesamtheit aber schon.» Die Gemeinde hat die Abbruchpläne längst gutgeheissen. Derzeit liegen sie beim Departement für Bau und Umwelt. «Der Heimatschutz hat beim Amt einen Rekurs gegen den Abbruch eingereicht», erklärt Uwe Moor, Präsident des Heimatschutzes. Sollte dieser Rekurs jedoch abgewiesen werden, könnte die Liegenschaftsbesitzerin Meyerhans + Cie AG die Häuser sofort abbrechen lassen.

Hier zaubern die Initianten jedoch ein paar Tricks aus dem Hut. «Wenn gleichzeitig ein Entschluss zum Abbruch und eine Initiative gegen diesen Abbruch vorliegen, dann wird es zur moralischen Frage, ob der Abbruch wirklich durchgeführt wird», gibt Moor zu bedenken. «Wenn sie dann trotz allem abgebrochen werden, dann sieht man, dass es nur um Profit geht.» Der Heimatschutz will deshalb eine Sistierung des Abbruchgesuchs beim Departement erreichen. «Die Chancen stehen gut», sagt Moor.

Einen weiteren Hoffnungsschimmer sehen die Initianten in den Kündigungen, die bis jetzt noch nicht ausgesprochen wurden. Wird der Abbruch bewilligt, könnten derzeit nur die zwei leer stehenden Häuser sofort abgebrochen werden. «Die Mieter der Thurfeldsiedlung könnten dann ein Erstreckungsgesuch einreichen, um die Kündigung hinauszuzögern», sagt Christian Schroff. Karin Campbell, die seit 13 Jahren an der Thurfeldstrasse wohnt, bestätigt die schwierige Suche: «In Weinfelden ist es fast nicht möglich, eine vergleichbare Wohnung zu finden», sagt sie. Alles sei neu oder teuer. Sie hat deshalb gleich am Samstag Bögen mitgenommen, um erste Unterschriften zu sammeln.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.