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WEINFELDEN: Fuchsräude noch nicht ausgerottet

Am westlichen Ottenberg geht noch immer die hochansteckende Krankheit um. Für die Füchse, diese schlauen Tiere, endet sie fast immer mit einem grauenvollen Tod.
Esther Simon

Seit 31 Jahren ist Hans-Jörg Isler Jagdaufseher im Revier Ottoberg-Märstetten. Aber so etwas ist ihm noch nie unter die Augen gekommen. «25 Füchse habe ich im vergangenen Jahr geschossen, und alle waren an der Fuchsräude erkrankt. Im Moment sieht es wirklich nicht danach aus, als ob sich die Situation bessern würde.» Weshalb in seinem Revier noch immer kranke Tiere herumlaufen, ist selbst dem erfahrenen Jagdaufseher ein Rätsel.

Isler hat zwar noch nie ein Drama um die Fuchsräude gemacht. Aber er weist darauf hin, dass es sich bei der Fuchsräude um eine hochansteckende Krankheit handelt. Eine Ansteckung kann von Fuchs zu Fuchs, von Fuchs zu Haustieren, insbesondere Hunden, und von Haustieren auf Menschen erfolgen. Isler rät, die Hunde zu beobachten. «Wenn sie sich kratzen und Lücken im Fell haben, ist ein Gang zum Tierarzt angezeigt.» Der Tierarzt weiss Bescheid und hat die Medikamente. Für Menschen ist die Fuchsräude ungefährlich. Sie können höchstens eine Pseudokrätze entwickeln, die bald wieder abheilt.

Den Füchsen geht es ganz dreckig

Füchsen aber, die von der Räude befallen sind, geht es ganz dreckig. «Die allermeisten der befallenen Tiere sterben nach etwa drei Monaten», sagt Isler. Auslöserin der Fuchsräude ist die nur etwa anderthalb Millimeter grosse Grabmilbe, die den Fuchs tatsächlich ins Grab bringt. Durch Ei- und Kotablage löst sie im Körper des Fuchses allergische Reaktionen aus. Der Fuchs kratzt sich, bis er blutet. Vor lauter Kratzen hat er keine Zeit mehr für die Futtersuche und verhungert.

«Wer im Gebiet Märstetten-Ottoberg abgemagerte Füchse sieht, soll mich bitte unter der Nummer 079 623 16 12 anrufen», sagt Isler. «Die Füchse gehen inzwischen auch tagsüber in die Hühnerställe, wenn sie bereits krank, aber doch noch einigermassen fit sind.» Wenn es dann dem Ende zugeht, verkriechen sie sich auch in Scheunen. Angesichts der aktuellen Situation, sieht Isler seinerseits keine andere Massnahme, als den Fuchsbestand weiterhin zu regulieren. Zu diesem Zweck hat ihm die kantonale Jagdverwaltung bereits im vergangenen Sommer, als die Fuchsräude am westlichen Ottenberg ihren ersten Höhepunkt erreichte, die Nachtjagd mit künstlichen Lichtquellen erlaubt. Von dieser Massnahme könne er auch jetzt noch profitieren, sagt der Jagdaufseher. Übrigens: Kürzlich ist auch Hans-Jörg Islers Hund an der Fuchsräude erkrankt. Doch dem Vierbeiner geht es inzwischen wieder ganz gut.

Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

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