WEINFELDEN: Einen Strauss für das Burgfräulein

Stefanie Traber aus Weinfelden hat an der Schweizer Meisterschaft für Floristen teilgenommen. Aus der ganzen Schweiz massen sich die 16 besten Blumenbinder. Traber schied aber bereits vor dem Final aus.

Lukas Hutter
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Stefanie Traber an ihrem Arbeitsplatz an der Bahnhofstrasse. (Bild: Lukas Hutter)

Stefanie Traber an ihrem Arbeitsplatz an der Bahnhofstrasse. (Bild: Lukas Hutter)

WEINFELDEN. Die Botanik fasziniert die Menschen seit langem, und das nicht nur im landwirtschaftlichen Gebrauch. Zeugnisse der Verwendung von Blumen und Blättern als Schmuck gibt es in diversen Kulturen und vergangenen Epochen. In vielen Ritualen spielen Blumen eine beinahe schon selbstverständliche Rolle, sei es der Brautstrauss zur Hochzeit, die Rose zum Valentinstag oder der «Hüchlerbäse» zum Muttertag.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Eine kleine florale Zeitreise machte Stefanie Traber vom Floristik Design aus Weinfelden an der Schweizer Meisterschaft der Floristen. Für diese hatte sie sich bereits 2015 qualifiziert. Vom Schweizer Floristenverband war das Thema Mittelalter vorgegeben, zu dem Traber vier Aufgaben gestellt wurden. Anfang Jahr erhielt die Floristin die Instruktionen und konnte sich auf die Meisterschaft im April vorbereiten. «Am Wettkampf selber hatten wir nur wenig Zeit, ich musste so gut es ging alles im voraus herrichten», sagt Traber. Die teilnehmenden Floristen hatten an der Meisterschaft jeweils während rund einer Stunde pro Aufgabe Zeit, ihre mitgebrachten Pflanzen in einer ansprechenden Form zu präsentieren.

Als Kulisse und Austragungsort diente das im Aargau liegende Kloster Wettingen. Diese Unterkunft spiegelte sich auch in einer der Aufgaben, «Tafeln unter Mönchen» war die Vorgabe, dazu musste eine Tischdekoration erstellt werden. Die anderen Aufgaben waren im ähnlichen Rahmen: ein Strauss für das Burgfräulein, eine Gefäss-Füllung auf einem Markt und ein Brautschmuck.

Für acht der sechzehn Floristen war die Meisterschaft nach diesen Aufgaben zu Ende, so auch für Stefanie Traber, sie schaffte es nicht in den Final. Die Wertung der im Wettbewerb entstandenen Werke empfand sie als undurchsichtig. «Jede der Aufgaben wurde mit maximal 100 Punkten bewertet», sagt Traber, «wir erhielten dann aber nur die finale Punktzahl, ohne grosse Begründungen.» Für sie ist das aber nicht weiter schlimm – der Weg war das Ziel. «Es war eine interessante Erfahrung, man wird nicht täglich mit solchen Aufträgen konfrontiert.»

Keine weitere Teilnahme geplant

Traber konnte neue Kontakte an der Meisterschaft knüpfen, der Anlass kommt für sie einer Weiterbildung gleich. Ein weiteres Mal wird sie aber nicht an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen, die in vier Jahren wieder stattfindet. Der einzige weitere Ostschweizer Teilnehmer, Walter Zellweger aus Schwellbrunn, schied ebenfalls schon in der Vorrunde aus. Beste und somit Schweizer Meisterin wurde Ramona Meier aus Luzern.