WEINFELDEN: Eine Aktion mit Wirkung

Nach verheerenden Waldbränden in Portugal Mitte Juni hat Ana Santos eine Spendenaktion für die Betroffenen gestartet. Die Unterstützung hat sie überwältigt.

Iliana Perera
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Geplant war die Aktion in diesem Ausmass nicht. Mit einem spontanen Facebook-Beitrag in der Gruppe «Du bisch vo Wiifelde, wenn ...» rief die Weinfelderin Ana Santos zu Spenden für die Opfer der Waldbrände in Portugal auf. «Ich habe die schrecklichen Nachrichten gesehen und wollte den Betroffenen helfen», sagt die Initiantin. Die Reaktionen waren dann aber äusserst zahlreich. So klingelte das Handy der jungen Frau fast ununterbrochen wegen unzähliger Nachrichten hilfsbereiter Helfer.

Innert dreier Tage organisierte sie mit Freunden einen Transport der Materialspenden in die portugiesische Kleinstadt Pedrógão Grande. Unterstützt wurde die 27-Jährige von Carina Ferro aus Frauenfeld, die den Aufruf ebenfalls auf Facebook in der Gruppe «Du bisch vo Frauefeld, wenn ...» teilte. Innerhalb von drei Tagen kamen so viele Spenden zusammen, dass der Bus ganz gefüllt werden konnte. Kleider, Hygieneartikel, Bettwäsche und Esswaren stapelten sich bis unters Dach. «Wir erhielten auch von der Weinfelder und St. Galler Feuerwehr Materialspenden wie Jacken und Helme», sagt Santos.

Unterstützung kam fast nur von Schweizern

Am Wochenende vom 24. und 25. Juni legten die Fahrer Jorge Pereira, João Cardoso und Amilcar Carreira innerhalb von 48 Stunden gut 1500 Kilometer zurück, um die Spenden in Portugal abzuliefern. Die Reisekosten wurden vom portugiesischen Verein Os Navegadores, bei dem auch Ana Santos als Vorstandsmitglied mitwirkt, und grosszügigen Privatspenden getragen. «90 Prozent der Spenden kamen von Schweizern», sagt Santos. «Die Solidarität der Bevölkerung war riesig und wir sind unendlich dankbar für die Unterstützung.» Auch die Empfänger der Waren in der portugiesischen Stadt lobten die Bereitschaft der Spender – vor allem die der Fahrer, welche an ihrem freien Wochenende nach Portugal und wieder in die Schweiz zurück fuhren.

Ana Santos ist weiterhin mit Leuten aus dem betroffenen Gebiet in Kontakt. «Momentan schicken wir keine weiteren Waren nach Portugal», sagt sie. Da die Menschen mit Spenden von ganz Europa überhäuft wurden, müsse sich die Lage vor Ort erst wieder stabilisieren. «Wir möchten ja, dass unsere Spenden bei den Leuten auch ankommen und gut genutzt werden.» Ana Santos startet nun einen neuen Aufruf: «Ich versuche, eine Gruppe freiwilliger Helfer zusammenzubringen, die bereit ist, während den Sommerferien einige Tage vor Ort mitzuhelfen», sagt sie. Interessierte können sich direkt bei ihr melden.

Iliana Perera

iliana.perera@thurgauerzeitung.ch

Weitere Infos und Kontakt

Mail: anasabala@icloud.com