WEINFELDEN: Ein Schritt vorwärts für die SVP

Bei den Grossratswahlen im Bezirk Weinfelden schwingt die SVP obenaus. Sie schnappt der CVP einen Sitz weg. Die weiteren Parteien halten ihre Mandate. 19 bisherige und 7 neue Kantonsräte stellt der Bezirk seit gestern.

Mario Testa
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Bezirkspräsident Andreas Zuber mit den vier neu gewählten SVP-Kantonsräten Manuel Strupler, Hans Eschenmoser, Hans Stark und Pascal Schmid. (Bild: Mario Testa)

Bezirkspräsident Andreas Zuber mit den vier neu gewählten SVP-Kantonsräten Manuel Strupler, Hans Eschenmoser, Hans Stark und Pascal Schmid. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Auf dem Nollen herrschte gestern abend gute Stimmung. Die SVP des Bezirks Weinfelden feierte dort bei herrlichem Blick in die Berglandschaft ihren Sitzgewinn. «Wir begehen hier unsere Wahlfeier, und wir dürfen feiern», sagt Andreas Zuber, Präsident der SVP Bezirk Weinfelden, in seiner Ansprache. Er führt den Erfolg auf die gute Verankerung der Kandidierenden in den Gemeinden und die ausgeglichene Liste zurück. «Von alt bis jung, vom Handwerker bis zum Juristen. Wir hatten eine Liste, auf der alle geerdete Persönlichkeiten waren.»

Vier neue Gesichter

Der SVP ist es gestern gelungen, drei gewichtige Abgänge zu ersetzen und sogar noch ein Mandat draufzulupfen; auf Kosten der CVP (siehe Interview). Neu in den Grossen Rat hievten die Wähler Hans Eschenmoser, Pascal Schmid, Hans Stark und gar mit einem Glanzresultat Manuel Strupler, der sich noch vor zwei Bisherige setzen konnte. «Ich hatte mit einer Wahl gerechnet, aber nicht mit einem so guten Resultat. Aus Gewerbe und Sport kennen mich viele Leute und dazu profitierte ich sicher auch von der Bekanntheit meines Vaters», sagt Strupler. Hans Eschenmoser sagt bestens gelaunt: «Mich freut das Resultat, musste ich doch lange auf eine Wahl warten. Das war bereits mein dritter Versuch, aber nun hat's geklappt.» Auch Pascal Schmid freut sich über den Einzug ins Kantonsparlament. «Ich war schon angespannt heute, aber es ist ein tolles Resultat. Vor allem in der Region Weinfelden bekam ich viele Stimmen.» Hans Stark verdankt seine Wahl seiner Ansicht nach der guten Verwurzelung in den Landgemeinden und sagt: «Es hat zwar geheissen, ein Stark würde dem Thurgau reichen. Aber ich freue mich, meinem Bruder zu begegnen an Sitzungen des Grossen Rats.»

Wähleranteile reichen FDP nicht

Nicht glücklich mit dem Resultat der Wahlen ist die FDP des Bezirks Weinfelden. Sie hat es verpasst, vom Aufwind der Liberalen zu profitieren und einen Sitz dazuzugewinnen. «Im Bezirk Weinfelden haben wir dieses Ziel nicht erreicht, das ist enttäuschend. Immerhin haben aber auch wir bei den Wähleranteilen zugelegt», sagt Tanja Kroha, Präsidentin der FDP Bezirk Weinfelden. «Aber natürlich schwingt auch bei uns viel Freude mit über die Neuwahl von Andreas Opprecht und die zwei zusätzlichen Sitze auf Kantonsebene.»

Joos Bernhard von der CVP ist enttäuscht über die verpasste Wiederwahl (siehe Interview). Nebst den drei Wiedergewählten seiner Partei darf sich aber auch die Weinfelderin Marianne Bommer über ihre erstmalige Wahl in den Grossen Rat freuen, auch wenn sie das nicht uneingeschränkt kann. «Es ist für mich ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits freue ich mich über die Wahl, aber dass meinetwegen nun Joos aus dem Rat rausmuss, ist mir nicht recht.» Sie kenne dieses Gefühl jedoch bereits, vor 13 Jahren bei den Gemeindeparlamentswahlen in Weinfelden sei ihr das gleiche passiert.

Alex Granato, Präsident der SP Bezirk Weinfelden, ist zufrieden damit, dass alle drei wieder Antretenden die Wahl geschafft haben. «Wir haben damit unser primäres Ziel erfüllt. Aber auf kantonaler Ebene wird es nach diesem Rechtsrutsch sicher schwieriger, wenn in den Kommissionen immer weniger Sitze für die SP übrigbleiben und sich die Bürgerlichen dort mehr Gewicht verschaffen.» Mit den Listenpartnern der Grünen Partei feierten sie gestern gemeinsam. «Bei mir überwiegt die Freude über meine Wiederwahl und darüber, dass wir Wähleranteile zugelegt haben», sagt die Grüne Brigitta Hartmann. «Ein zweiter Sitz für uns zu gewinnen, war ein zu kühnes Vorhaben.»

Listenpartner ohne Kraft

Die EDU kann ihre zwei Mandate halten (siehe Interview). Präsidentin Marlies Bornhauser sieht es als grossen Erfolg an, beide Sitze halten zu können. Ueli Fisch freut sich über seinen gehaltenen Sitz für die GLP, auch wenn seine Partei ein weiteres Mandat im Visier hatte. «Für einen zweiten Sitz reichte es mit den schwachen Listenpartnern CVP und BDP einfach nicht.»

Konstanz legt die EVP an den Tag. Sie hält ihren Sitz und Präsident Urs-Peter Beerli sagt dazu: «Für einen zweiten Sitz bräuchte es viel mehr. Da hätten wir schon ein positives Erdbeben erleben müssen.» Ganz knapp wurde es zum Schluss für die BDP und den wieder antretenden Andreas Guhl. Lang rechnete er am Nachmittag im Wahlzentrum in Frauenfeld, zum Schluss reichte es trotz Verlusten bei den Wähleranteilen für die Verteidigung seines Mandats.

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