WEINFELDEN: Ein offenes Ohr für die Jugend

Am Donnerstagabend hat Mario Kradolfer im Jugendwerk das neue Projekt «Weinfelden mit Wirkung» vorgestellt. Unterstützt wurde er von Roger Märkli, der in der Jugendentwicklung und -förderung langjährige Erfahrung hat.

Lukas Hutter
Drucken
Teilen
Die Zuhörer verfolgen die Ausführungen von Roger Märkli. Die Jugendlichen spricht er mit konkreten Beispielen seiner eigenen Kinder direkt an. (Bild: Lukas Hutter)

Die Zuhörer verfolgen die Ausführungen von Roger Märkli. Die Jugendlichen spricht er mit konkreten Beispielen seiner eigenen Kinder direkt an. (Bild: Lukas Hutter)

WEINFELDEN. Der Andrang im Jugendwerk wurde unterschätzt: Es brauchte mehr Stühle als geplant. Zahlreiche Eltern und Vertreter von Jugendorganisationen, aber auch rund 20 Jugendliche fanden den Weg an die Weststrasse 14. Am Donnerstagabend begrüsste Mario Kradolfer, der Informations- und Koordinationsstellenleiter für junge Menschen, die am Projekt «Weinfelden mit Wirkung» Interessierten. Als Vertreterin des Weinfelder Gemeinderats besuchte die Ressortchefin für Gesellschaft und Gesundheit Ursi Senn-Bieri die Veranstaltung.

«Die Partizipation der Jugendlichen beginnt mit der Einstellung der Erwachsenen», beginnt Kradolfer den Informationsabend, «damit die Jungen mitwirken können, müssen die Erwachsenen offen sein für ihre oftmals phantastischen Ideen.» Er spricht damit kein unbekanntes Szenario an: Viele Vorschläge von Kindern werden bereits früh abgeblockt mit der Begründung, es sei unmöglich. Meist sprechen zu viele Faktoren dagegen, angefangen mit der ungeklärten Finanzierungsfrage von Projekten. Genau hier soll «Weinfelden mit Wirkung» ins Spiel kommen.

Nägel mit Köpfen machen

Roger Märkli, Leiter der Regionalstelle Ostschweiz der Kinder- und Jugendförderung Infoklick erklärt das in bereits über 110 Gemeinden laufende System. In drei jugendinternen Sitzungen werden Ideen vorgestellt, besprochen und zur Abstimmung gebracht. Die angenommenen Vorschläge werden am Jugendmitwirkungstag am 18. Juni zusammen mit Erwachsenen auf die Realisierbarkeit geprüft und abgeklärt, was für die Umsetzung benötigt wird. Entstehen soll ein Konzept, das weiter verfolgt werden kann.

«Für Jugendliche und manche Erwachsene steht das Endprodukt im Vordergrund», sagt Märkli. «Für die Jugendförderung viel wichtiger ist aber der Erarbeitungsprozess, bei dem sie Einblicke in die Entstehung eines Projekts erhalten.» Die Langlebigkeit der Aktion «Weinfelden mit Wirkung» werde sich zeigen: «Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung für uns, deshalb arbeiten wir mit einem Drei-Jahres-Zyklus. Jedes Jahr wird die Betreuung durch Infoklick stufenweise abgebaut. Nach drei Jahren sollte das Projekt zum Selbstläufer werden.» Dies funktioniere in manchen Gemeinden, in anderen verlaufe die Aktion nach ein paar Jahren im Sand.

Ideenreichtum der Jugend

Vorschläge von den Jugendlichen sind bereits vorhanden und wurden gleich festgehalten. Einige sollten auch durchaus im Bereich des Möglichen liegen; ein Kaugummi-Automat, ein Trampolin-Club oder ein American-Football-Verein. Betreuer von «Weinfelden mit Wirkung» Mario Kradolfer lässt die Vorschläge auf sich zu kommen: «Wir werden sehen, was alles realisiert werden kann.»