WEINFELDEN: Ein Motivationskick zum Schulschluss

Die Drittklässler der Sekundarschule Pestalozzi haben während sechs Monaten an selbstständigen Projekten gearbeitet. Nun haben sie die Ergebnisse präsentiert.

Drucken
Teilen
Geraldine Epper testet mit Melani Keller die selbstgebaute Schaukel aus Paletten und Seilen. (Bild: Iliana Perera)

Geraldine Epper testet mit Melani Keller die selbstgebaute Schaukel aus Paletten und Seilen. (Bild: Iliana Perera)

Sie stehen kurz vor dem Übertritt in eine weiterführende Schule, absolvieren bald eine Lehre oder planen einen Auslandsaufenthalt. Die Freude am Sekundarschulunterricht schwindet. Um die Motivation bei den rund 90 Drittklässlerinnen und Drittklässlern der Sekundarschule Pestalozzi trotzdem noch erhalten zu können, entschieden sich die Lehrer letzen Sommer dazu, Projektarbeiten zu starten.

«Am Anfang waren es Projektgruppen, die von uns Lehrern begleitet und betreut wurden», sagt Isabella Walzthöny, Klassenlehrerin und Hauptverantwortliche des Projekts. «Im zweiten Semester starteten wir dann mit selbstständigen Projekten, die jeder Schüler alleine planen und dokumentieren sollte. In der Themenfindung waren sie frei.»

Eine erste Vorbereitung auf die Berufswelt

Im Mittelpunkt stand, die Selbstständigkeit der Jungen zu fördern und Freude und Motivation in ihnen zu entfachen. Auch sollte es die Jugendlichen auf die Berufswelt vorbereiten, in der schriftliche Dokumentationen eine wichtige Rolle spielen. Während sechs Monaten arbeiteten die Schülerinnen und Schüler intensiv an ihren Projekten. So verschieden die Persönlichkeiten und Interessen der Schüler sind, so war auch ihre Auswahl der Projektthemen. «Genau diese Vielfalt ist das Interessante an dieser Arbeit», sagt Walzthöny.

Melani Keller hat, unterstützt vom Grossvater, eine Schaukel aus Paletten und Seilen gebaut. «Ich wollte schon immer einmal so eine Schaukel haben», sagt die 16-Jährige. Auch die Bezüge für die Kissen und die Decke hat sie selbst genäht. Auch Jeremy Hugentobler hat sich handwerklich ins Zeug gelegt. Er hat sich seine eigene E-Gitarre aus Skateboards gebaut. «Sie klingt sogar noch besser als eine gewöhnliche», sagt Hugentobler. Ganz günstig war sein Projekt aber nicht. Rund 500 Franken hat er für das Material hingeblättert, aber mit dem Ergebnis ist er sehr glücklich: «Es hat sich definitiv gelohnt.» Andere Schüler haben unter anderem Kochbücher entwickelt, Videospiel-Kritiken verfasst, sich mit dem Asperger-Syndrom auseinandergesetzt oder auch eigene Tanzchoreografien zusammengestellt. Das Echo der Schüler war äusserst positiv. «Die Mehrheit der Schüler hat Spass gehabt», sagt Isabella Walzthöny. «Ich würde dieses Projekt auf jeden Fall wieder durchführen.»

Iliana Perera

iliana.perera@thurgauerzeitung.ch