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WEINFELDEN: Ein kleines Stück Geschichte

Irene Ebneter vom Amt für Archäologie hat eine Fibel untersucht und inventarisiert, die 1976 von einem Buben gefunden wurde. Für den Thurgau ist sie wertvoll, schweizweit ist sie aber gar nicht so selten.
Florian Beer
Der Kantonsarchäologe Hansjörg Brem hält sie in der Hand: Die im Jahr 1976 in Weinfelden gefundene Fibel stammt aus der Epoche der sogenannten Spätlatène um etwa 200 vor Christus. (Bild: Reto Martin)

Der Kantonsarchäologe Hansjörg Brem hält sie in der Hand: Die im Jahr 1976 in Weinfelden gefundene Fibel stammt aus der Epoche der sogenannten Spätlatène um etwa 200 vor Christus. (Bild: Reto Martin)

"Es handelt sich bei dieser Fibel um einen wertvollen informativen und wissenschaftlichen Wert, der nicht in Geld auszudrücken ist", sagt Irene Ebneter vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau. Das Stück aus Bronze, das sowohl als Schmuckbrosche als auch als zweckmässiges Utensil wie eine Sicherheitsnadel diente, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sogenannte Nauheimer Fibel aus der Spätlatène. "Das heisst, etwa aus dem zweiten bis Mitte des ersten Jahrhunderts vor Christus", erklärt die Archäologin.

Wahrscheinlich wurden solche Fibeln noch weitere 200 Jahre von der keltischen Bevölkerung getragen. Sie seien aber auch schon in römischen Fundstellen gefunden worden.

Die Fibel besteht aus vier Spiralwindungen und hat einen flachen, schmalen, bandförmigen Bügel. Das Stück, wo die Nadel eigentlich ruhen sollte, der sogenannte Nadelhalter, fehlt leider – er ist abgebrochen.

1976 im Weinfelder Mühlekanal gefunden

"Weil es sich hier um keinen organischen Fund handelt, der im Verlauf der Zeit verwest, ist er sehr gut zu finden, wie zum Beispiel in Gräbern", sagt Ebneter. Vom genauen Fundort der untersuchten Fibel ist nicht viel Weiteres bekannt, ausser der Tatsache, dass der Finder sie als Knabe im Jahr 1976 im Mühlekanal bei Weinfelden gefunden hat. Aus diesem Grund seien keine weiteren Aussagen zum Fundstück möglich, und viele Fragen blieben weiterhin offen. "Spannend wäre es natürlich, zu erfahren, ob diese Fibel einst einem Menschen gehörte, der in der keltischen Siedlung an der Hangterrasse unterhalb des Thurbergs bei Weinfelden lebte. Wir werden es aber wohl leider nie wissen", sagt Ebneter. Da die Fibel in einem Kanal gefunden wurde, also nicht mehr am Ort der Originalniederlegung, sei das Fundstück nicht ganz so wertvoll wie beispielsweise ein Stück aus einem alten Grab, an dem sich das genaue Alter und der entsprechende Zeitabschnitt erkennen lasse. "Wir haben sie aber dennoch vom Typ her und basierend auf Literatur zeitlich eingeordnet, inventarisiert, danach archiviert und schliesslich fotografiert und gezeichnet", sagt die Kantonsarchäologin zu ihrem Vorgehen. Für den Kanton Thurgau ist die im Jahr 1976 in Weinfelden gefundene Fibel selten und somit ein besonderer Fund. Schweizweit ist sie allerdings deutlich häufiger zu finden. Grund dafür ist das unterschiedlich starke Vorkommen der Kelten im mitteleuropäischen Raum. Natürlich sei man aber trotzdem froh, dass das Fundstück, wenn auch einige Jahre später, nach der Auffindung noch dokumentiert werden konnte.

"Es gibt immer noch viele Menschen, die archäologische Gegenstände besitzen, die eigentlich aufgrund der Fundmeldepflicht dem Kanton gemeldet werden sollten", sagt Irene Ebneter. "Das ist natürlich schade, weil der Kanton Thurgau sehr daran interessiert ist, über Funde dieser Art informiert zu werden." Verschweige man diese, blieben viele Fundstellen weiterhin unbekannt und der Wissenschaft unzugänglich.

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