WEINFELDEN: Ein Fest ganz ohne Eltern

Die spinnen, die Römer – unter diesem Motto vergnügten sich am Wochenende etwa 750 Kinder und Jugendliche. Anlass war das Kantonale Pfaditreffen. Asterix und Obelix mischten tüchtig mit.

Barbara Hettich
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Angehörige des gallischen Dorfes vor ihrer Befreiung auf dem Weinfelder Marktplatz. (Bild: Andrea Stalder)

Angehörige des gallischen Dorfes vor ihrer Befreiung auf dem Weinfelder Marktplatz. (Bild: Andrea Stalder)

WEINFELDEN. Calma von der Abteilung Leuefels in Amriswil ist eine überzeugte Pfadfinderin. «Pfadi macht einfach Spass», sagt sie. «Wir spielen viel, und wir lernen viel von der Natur und machen Sachen, die man zu Hause nicht machen könnte.» Wichtig vor allem am kantonalen Pfaditreffen vom vergangenen Wochenende in Weinfelden: «Wir haben wieder viele Leute kennengelernt.» Da kann ihr Pfadikollegin Kolibri nur beipflichten: «Man braucht ein Hobby, bei dem man für einmal die Schule vergessen kann. Schön ist auch, wenn mal keine Eltern da sind, obwohl ich sie manchmal vermisse.»

Die Mädchen richten sich in ihrem Zelt ein und sind dabei in bester Gesellschaft. Rund 300 Jugendliche von der Pfadi- bis zur Piostufe aus dem ganzen Kanton haben auf der grossen Reitwiese an der Thur ihre Zelte aufgeschlagen. Mit dramatischen Szenen nahm das diesjährige kantonale Pfaditreffen am Samstagnachmittag seinen Anfang. Cäsar und Kleopatra sind auf dem Marktplatz in Weinfelden im Streitwagen aufgefahren.

Eine turbulente Geschichte mit Cäsar und Kleopatra

Die Pfadfinder wurden gleich bei ihrer Ankunft in eine turbulente Geschichte eingebunden, in der sie einige Aufgaben zu erledigen hatten. Denn an einem Pfaditreffen geht es letztlich auch um einen Wettkampf in den verschiedenen Pfaditechniken. Cäsar und Kleopatra wurden jedenfalls betäubt, gefangengenommen und in das gallische Dorf verschleppt. Dort standen viele Zelte als Übernachtungsmöglichkeiten bereit.

Die Pfadi Wyfelde war dieses Jahr für das Pfaditreffen verantwortlich. Das Organisationskomitee mit Aline Rüfenacht und Marco Grava an der Spitze haben vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen begonnen. Das Bauteam hat in nur wenigen Tagen ein Gallierdorf samt Palisaden aufgebaut. «Das war natürlich nur möglich dank vieler Sachspenden», sagt die Kommunikationsbeauftragte der Pfadi Weinfelden, Senta Prandini. Dabei hätten sie einmal mehr ein grosses Wohlwollen gegenüber der Pfadi erfahren dürfen. «Die Pfadfinder sind nach wie vor sehr angesehen in unserer Gesellschaft, sie wissen, wie man sich benimmt. Es werden zwischenmenschliche Werte und ein Gespür für die Natur vermittelt», sagt Prandini. 150 Helfer standen über das Wochenende am Pfaditreffen in Weinfelden im Einsatz, sie kochten im «Thurgauerhof», lieferten das Essen an, organisierten die Spiele.

Schnuppertag in Weinfelden am 17. September

Auch auf die 350 Pfadfinder der Biber- und Wölfli-Abteilungen samt Besuchern, die am Sonntag noch anreisten, war man bestens vorbereitet. Übrigens: Wer gerne einmal bei der Pfadi vorbeischauen möchte: Am Samstag, 17. September, lädt die Pfadi Weinfelden zu einem Schnuppertag ein.