WEINFELDEN: Die grosse Chance

An der Sitzung vom 16. März entscheidet das Gemeindeparlament, ob die Musikschule künftig das Haus an der Ringstrasse 2 nutzen kann. Es ist idealerweise das Nachbarhaus des bereits bestehenden Zentrums.

Esther Simon
Drucken
Teilen
Gute Nachbarschaft: Die Häuser an der Ringstrasse 4 und an der Ringstrasse 2 in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Gute Nachbarschaft: Die Häuser an der Ringstrasse 4 und an der Ringstrasse 2 in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

Das Baurecht ist eine tolle Sache. Es gibt einem Vertragspartner das Recht, ein Grundstück gegen die Bezahlung eines Zinses für eine bestimmte Dauer zu nutzen. Das Baurecht hat für den Grundbesitzer den Vorteil, dass er – anders als bei einem Verkauf – Eigentümer des Bodens bleibt. Mit der Gewährung eines solchen Baurechts hat sich das Gemeindeparlament an seiner Sitzung vom 16. März zu befassen.

Konkret geht es um die Liegenschaft an der Ringstrasse 2 in Weinfelden, das ehemalige Haus der Heilsarmee. Die Politische Gemeinde konnte die Liegenschaft im Rahmen eines Nachlasskonkurses im Dezember 2016 für 530000 Franken erwerben. Die Gemeinde will das Haus in ihrem Eigentum behalten und beantragt dem Parlament deshalb, den Kredit von 530000 Franken für die Überführung der Liegenschaft aus dem Landkreditkonto in das Finanzvermögen zu bewilligen. Selber nutzen will die Gemeinde die Liegenschaft aber nicht. Sie beantragt dem Gemeindeparlament deshalb, der Stiftung Zentrum für Musik und Tanz an der nächsten Sitzung ein Baurecht einzuräumen, damit die Musikschule die Liegenschaft an der Ringstrasse 2 künftig für ihre Zwecke nutzen kann. So lange sie dies mehrheitlich täte, würde die Gemeinde auf einen Baurechtszins verzichten.

Seit fünf Jahren an der räumlichen Grenze

Idealerweise befindet sich das Haus Ringstrasse 2 neben dem seit zehn Jahren bestehenden Zentrum für Musik und Tanz an der Ringstrasse 4. Dieses Zentrum stösst seit fünf Jahren an seine räumlichen Grenzen. Seit vier Jahren findet Tanzunterricht dezentral – an der Bahnhofstrasse 14a in Weinfelden – statt. Ein grosser Teil des Unterrichts mit zum Teil kostenintensiven Infrastrukturen müsse aber zentral erfolgen, heisst es in der Botschaft des Gemeinderates an das Parlament. Das sei für einen schlanken und somit kostengünstigen Musik- und Tanzunterricht von grosser Bedeutung. Einer, der sich darüber freut, dass die Vorlage bereits im März vor das Parlament kommt, ist der Schulleiter der Musikschule, Andreas Schweizer. «Der Gemeinderat hat schnell und unkompliziert gehandelt. Wir haben wirklich grosse Platzprobleme im jetzigen Gebäude, und wir hoffen natürlich, dass uns das Gemeindeparlament auch dieses Mal sehr wohlgesinnt ist. Einen Baurechtsvertrag für das jetzige Zentrum hat uns das Parlament ja bereits im Dezember 2004 eingeräumt, und das erst noch einstimmig.»

Nach der Bewilligung durch das Gemeindeparlament werde die Stiftung Zentrum für Musik und Tanz das Haus an der Ringstrasse 2 so bald wie möglich sanft renovieren, heisst es in der Botschaft. Im Obergeschoss sollen vier Musikzimmer entstehen, und den ehemaligen Saal der Heilsarmee will man als zusätzlichen Gruppenraum nutzen.

«Wir hätten wieder ein bisschen Luft»

«Wenn das Parlament dem Geschäft zustimmt, hätte die Musikschule in räumlicher Hinsicht wieder ein bisschen Luft», sagt Andreas Schweizer. Ob die Musikschule Weinfelden weiterhin in solch rasantem Tempo wachse, hänge auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, räumt der Schulleiter ein. «Ob der derzeitige Boom anhält, steht in den Sternen. Aber zurzeit ist das Zentrum für Musik und Tanz noch ausgezeichnet unterwegs.»