WEINFELDEN: Die erste Frau

Die Bürgergemeinde hat am Dienstagabend im Rathaus Isabella Bayer-Wassmer verabschiedet. Sie war die erste Präsidentin in der Geschichte der Institution seit der erstmaligen Erwähnung vor 1179 Jahren.

Esther Simon
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Bürgerpräsidentin Isabella Bayer-Wassmer läutet im Weinfelder Rathaus eine Versammlung der Bürgergemeinde ein, rechts die Verwaltungsräte Felix Brenner, Max Knup-Inauen und Vizepräsident Hermann Brenner. (Bild: Mario Testa (Weinfelden, 14. Mai 2014))

Bürgerpräsidentin Isabella Bayer-Wassmer läutet im Weinfelder Rathaus eine Versammlung der Bürgergemeinde ein, rechts die Verwaltungsräte Felix Brenner, Max Knup-Inauen und Vizepräsident Hermann Brenner. (Bild: Mario Testa (Weinfelden, 14. Mai 2014))

Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

«Es war schön mit euch, machets guet.» Mit diesen Worten verabschiedete sich Isabella Bayer-Wassmer an der Jahresversammlung der Bürgergemeinde vom Dienstagabend von den Bürgerinnen und Bürgern. Nachdem Isabella Bayer vor einem Jahr als Präsidentin zurückgetreten war, hat sie sich wegen beruflicher Neuorientierung nun auch aus dem Verwaltungsrat verabschiedet. Der Vizepräsident der Bürgergemeinde, Hermann Brenner, würdigte ihr Schaffen.

Isabella Bayer hat während 18 Jahren der Bürgergemeinde in verschiedenen Funktionen gedient. Zur Höchstform lief sie als Präsidentin auf. In ihre Amtszeit 2007 bis 2016 fielen unter anderem die Renovation der Fohlenweide – der ältesten der Schweiz –, der Planungsstart für die Wohnungen 60 plus oder der erste Gripspfad in der Schweiz. Isabella Bayer habe Historisches geschafft, sagte Brenner: «Sie war die erste Frau in diesem Amt seit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Bürgergemeinde im Jahr 838.»

Die Nachfolgerin heisst Corina Mästinger

Die Nachfolge von Isabella Bayer im Verwaltungsrat der Bürgergemeinde tritt Corina Mästinger an. Bei einem absoluten Mehr von 34 Stimmen erhielt sie in geheimer Wahl 65 Stimmen. Sie wird das Ressort Finanzen übernehmen. Die Jahresversammlung unter dem Vorsitz von Bürgerpräsident Stefan Haffter war rasch erledigt. Von 322 Stimmberechtigten nahmen 57 teil. Sowohl der Rechnung als auch dem Budget wurde – nach Erläuterungen von Kassier Felix Brenner – zugestimmt. Bemerkenswert ist, dass die Bürgergemeinde im vergangenen Jahr 20000 Franken an kulturelle Institutionen zahlte. Die Versammlung stimmte auch der Verlän­gerung des Baurechtsvertrages für zwei Parzellen an der Eierlen-strasse 8 und 10 zu, wie sie ebenfalls diskussionslos den Abschluss eines neuen Baurechtsvertrages mit dem Kynologischen Verein Weinfelden genehmigte. Leider wollten Olivia und Jürg Langer 2020 im «Trauben» aufhören, sagte Haffter. Wegen der Nachfolgeregelung treffe sich der Verwaltungsrat im Juni mit dem Ehepaar. Thurgau Tourismus und Gastro Thurgau hätten ihre Unterstützung angeboten. «Sicher ist aber jetzt schon, dass es schwierig wird, einen geeigneten Ersatz zu finden.»