WEINFELDEN: Der neue Präsident fordert Leidenschaft

Marco Bötschi ist der neue Präsident von Floorball Thurgau. Er löst Markus Wiedmer ab. Sportlich läuft es sehr gut, die Nachwuchsabteilung wächst. Deshalb stösst der Verein auch an Grenzen.

Mario Testa
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Marco Bötschi, der neue Präsident von Floorball Thurgau, und sein Vorgänger Markus Wiedmer in der Sporthalle Paul Reinhart. (Bild: Mario Testa)

Marco Bötschi, der neue Präsident von Floorball Thurgau, und sein Vorgänger Markus Wiedmer in der Sporthalle Paul Reinhart. (Bild: Mario Testa)

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@thurgauerzeitung.ch

Weinfelden ist die Herren-Unihockey-Hochburg im Thurgau. Seit nicht allzu langer Zeit weiss das auch Marco Bötschi – dank seiner Kinder. Der neue Präsident des Vereins Floorball Thurgau hatte noch bis vor wenigen Jahren nichts mit dieser Sportart zu tun. «Ich war Fussballer. Aber mein ältester Sohn wollte vor fünf Jahren ins Unihockey, und später folgten ihm auch seine beiden Brüder», sagt Bötschi. So habe er die Sportart und den Verein in Weinfelden erst kennen gelernt. «Ich mag Sport, wenn er mit Leidenschaft und Engagement betrieben wird. Und hier bei Floorball Thurgau ist ein sehr grosses Engagement zu spüren in allen Bereichen», sagt der 44-Jährige aus Märstetten.

Marco Bötschi löst Markus Widmer als Präsident ab. Dieser ist seit der Gründung des Vereins im Jahr 2000 im Vorstand aktiv, war die vergangenen drei Jahre Präsident und hat Marco Bötschi im Januar angefragt, ob er sich als sein Nachfolger zur Verfügung stellen würde. «Ich erschliesse gerne neue Felder, das ist meine Stärke», sagt Markus Wiedmer. «Aber wenn dann eine Person kommt, die mit Leidenschaft weiterarbeiten will, gebe ich die Verantwortung gerne weiter und übernehme eine neue Herausforderung innerhalb des Vereins.»

Erfolg ist nur möglich mit einer starken Basis

Der Vorstand will sich nun ganz auf das grosse Ziel Aufstieg konzentrieren. «Die 1. Mannschaft hat nun dreimal in den Playoffs um den Aufstieg in die Nati A gespielt – und ist knapp gescheitert. Jetzt braucht es Power, um diese Rückschläge aus den Köpfen der Spieler rauszubringen und wieder neu anzugreifen.» Der Aufstieg der ersten Mannschaft ist auch für Bötschi ein grosses Ziel. «Ich bin überzeugt, dass wir mittelfristig den Aufstieg schaffen. Dann wollen wir aber auch oben bleiben, und das klappt nur, wenn die Basis stimmt. Dazu müssen wir in unsere Juniorenteams investieren und hart arbeiten.»

Wichtig sei deshalb auch die Unterstützung aus dem Umfeld, sagt Markus Wiedmer. «Wir haben ein gutes Konzept für die Mithilfe der Eltern. Letzte Saison hatten wir da einen Engpass, aber wir optimieren das nun.» Und auch Marco Bötschi betont, wie wichtig die Mithilfe ist. «Erfolg haben wir nur als Team. Dazu braucht es den Vorstand, die Spieler und die Eltern.» Der Weinfelder Unihockey-Club ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. «Der Stellenwert dieser Sportart wächst», sagt Marco Bötschi. Mittlerweile spielen rund 240 Mitglieder in den bis zu 18 Teams. Wobei Floorball Thurgau speziell für Buben alle Stufen offen hat. «Die Mädchen spielen bis zur U14 auch mit den Jungs. Die Guten gehen dann meist in die Sportschule und wechseln nach Frauenfeld zu den Red Lions, der Frauenhochburg im Thurgauer Unihockey», erklärt Markus Wiedmer. «Ein Damenteam haben wir aber auch hier in Weinfelden.»

Ein Verein auf Hallensuche in der Region

Kehrseite des Wachstums des Weinfelder Vereins: Die Hallen werden knapp. «Wir müssen heute schon teilweise mit einem Training ausweichen nach Frauenfeld», sagt Markus Wiedmer. Der Verein sei deshalb auf der Suche nach neuen Trainingsmöglichkeiten. «Wir sind da sehr offen. Alles was irgendwie einer Halle entspricht, nehmen wir gerne. Vielleicht gibt es entsprechende Räume bei den regionalen Gewerblern oder der Industrie.»