WEINFELDEN: Ausbildungsstätte mit Geschichte

Familie Lüchinger läuft es gut mit ihrem Gasthof Eisenbahn. In einem der grössten Restaurants im Ort machen viele Lernende ihre Ausbildung. Sie bringen die Weinweg-Wanderer mit Kaffee in Schwung.

Mario Testa
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Das «Eisenbahn»-Wirte-Ehepaar Reto und Sybille Lüchinger arbeitet in seinem Gasthof gerne mit jungem Personal zusammen wie mit der angehenden Servicefachfrau Melina Schenk oder Köchin Franziska Schild. (Bild: Mario Testa)

Das «Eisenbahn»-Wirte-Ehepaar Reto und Sybille Lüchinger arbeitet in seinem Gasthof gerne mit jungem Personal zusammen wie mit der angehenden Servicefachfrau Melina Schenk oder Köchin Franziska Schild. (Bild: Mario Testa)

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@thurgauerzeitung.ch

Seit acht Jahren steht das «Isebähnli» unter der Leitung von Reto Lüchinger. Er hat den Gasthof 2009 von seinem Vater Werner übernommen. Dieser wirtete seit 1982 im stattlichen Restaurant an der Bahnhofstrasse. «Damals war ich noch ein kleiner Bub und das Isebähnli mein Elternhaus, hier bin ich aufgewachsen», sagt Reto Lüchinger. «Den Reiz unserer Wirtschaft macht für mich die Verbindung von Moderne und Tradition aus. Auf der einen Seite haben wir die gemütliche Gaststube mit viel Holz, daneben den hellen, modernen Saal und die Hotelzimmer im 2014 umgebauten Bierdepot.»

Auch bei der Auswahl der Speisen findet sich im «Isebähnli» diese Mischung. Zu währschafter Kost gesellen sich saisonale, teils exotische Spezialitäten. Diese Vielfalt widerspiegelt sich auch bei den Gästen. «Bei uns fühlt sich der Bauarbeiter genauso wohl wie der Bankdirektor. Wir haben einfache, aber auch gehobene Gerichte», sagt Koch Reto Lüchinger.

Gute Ausbildungsplätze sind wichtig

Mit 100 Plätzen drinnen und 50 draussen gehört der Gasthof Eisenbahn zu den grossen Restaurants in Weinfelden. Um das Wohl der Gäste im Restaurant und den Hotelzimmern kümmern sich über 30 Mitarbeitende in unterschiedlichen Pensen. Derzeit absolvieren auch sechs Lernende ihre Ausbildung in der Küche und im Service. «Überall wird gejammert, es gäbe zu wenig gutes Personal in der Gastronomie. Deshalb finde ich es sehr wichtig, gute Ausbildungsplätze anzubieten», sagt Reto Lüchinger. «Ich selbst hab ja auch von einer guten Ausbildung profitiert und will das nun weitergeben.» Dass Lüchingers das auch gut machen, beweisen die Lehrabschlussprüfungen ihrer Schützlinge. «Wir hatten sechs Lernende in Folge, die mit Diplom abgeschlossen haben – das macht mich natürlich stolz», sagt er.

Während Reto Lüchinger in der Gastronomie aufgewachsen ist, war die Branche für seine Frau Sybille Neuland. «Ich bin keine Vollblut-Gastronomin», sagt die gelernte Kleinkinderzieherin. Sie arbeitet jeweils morgens im Service mit und kümmert sich die restliche Zeit um ihre drei Kinder. «Aber Therese und Werner haben mich unter ihre Fittiche genommen, und so habe ich den Einstieg schnell geschafft. Die Gastronomie ist sehr vielseitig.» Sie setzt auf einen authentischen Auftritt des «Isebähnli». «Mir sind ehrliche Produkte und ein familiäres Team sehr wichtig. Da ergänzen sich unsere jungen Mitarbeitenden und die erfahrenen Aushilfen sehr gut», sagt Sybille Lüchinger.

Mit dem Geschäftsgang sind Lüchingers zufrieden. Das Restaurant ist gut besucht, die Hotelzimmer sind gut belegt, auch wenn der Standort seit dem Bau der Unterführung Wilerstrasse an Attraktivität eingebüsst hat. Neue Gäste beschert dem Gasthof Eisenbahn der Weinweg. «Wir sind das erste Restaurant auf der Route. Häufig stärken sich bei uns die Wanderer mit einem Kaffee, bevor sie aufbrechen», sagt Reto Lüchinger. Den Weinweg findet er auch eine sehr gelungene Sache. «Dank ihm treten die Weinfelder Gastronomen und Winzer geeint auf.»