WEINFELDEN: Applaus für die Krippe

Monatelang haben Mitglieder der Italiener-Gruppe an der Darstellung des weihnachtlichen Geschehens gebaut. Seit Sonntag können Besucher das Meisterwerk an der Freiestrasse 10 bestaunen. Es stösst auf viel Bewunderung.

Esther Simon
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Da kommt man kaum nach mit Schauen: Die Krippe an der Freiestrasse 10 in Weinfelden besticht durch viele Details. (Bild: Mario Testa)

Da kommt man kaum nach mit Schauen: Die Krippe an der Freiestrasse 10 in Weinfelden besticht durch viele Details. (Bild: Mario Testa)

Esther Simon

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@thurgauerzeitung.ch

Was für ein schöner Zufall. Der erste, der mit Tieren und Menschen das Weihnachtsgeschehen darstellte, war der heilige Franz von Assisi vor bald 800 Jahren. Und die Initiantin der Krippe, die zurzeit an der Freiestrasse 10 in Weinfelden bewundert werden kann, ist die Weinfelder Stiftung St. Franziskus. In monatelanger Arbeit haben Nicola Filipone, Pasquale Russo und Francesco Cazzato als Hauptverantwortliche der Krippe ihr heutiges Aussehen gegeben. Die drei Männer sind Mitglieder der Gruppe Italiano der Stiftung St. Franziskus, die Beat Curau präsidiert.

Entstanden ist ein Meisterwerk, das sowohl in seiner Gesamtansicht als auch durch die vielen liebevollen, filigranen Details begeistern kann. Wo man hinschaut, bewegt sich etwas. Drei Männlein, die am Amboss schmieden, sieht und hört man sehr gut, im Ofen des Pizzaiolo flackert das Feuer, und der Stern von Betlehem zieht hell erleuchtet seine Bahn.

Nach italienischem Vorbild erbaut

Die Krippe an der Freiestrasse 10 ist nach italienischem Vorbild aufgebaut worden. Zu den bedeutendsten Vorbildern in der Darstellung des Weihnachtsgeschehens zählen denn auch bis heute die neapolitanischen Krippen. Unter Kaiserin Maria Theresia wurden die Weihnachtskrippen durch Verbote aus den öffentlichen Gebäuden in halb Europa, also vor allem aus den Kirchen, verbannt. Dadurch nahm die Darstellung des weihnachtlichen Geschehens Einzug in den privaten Bereich, ohne dass die Krippen ihre Anziehungskraft verloren hätten. Das blieb auch so, als die Verbote längst wieder aufgehoben waren. Die Krippe an der Freiestrasse 10 war am vergangenen Sonntagnachmittag eröffnet worden.

Um halb fünf Uhr drängten sich etwa drei Dutzend Besucher im engen Raum und bestaunten das Gesamtkunstwerk voller Ehrfurcht vor der handwerklichen Leistung der Männer. Padre Don Giorgio Celora sang mit den Besucherinnen und Besuchern ein italienisches Weihnachtslied und weihte die Krippe mit Weihwasser. Die Krippe kann vom nächsten Freitag, 23. Dezember, bis Sonntag, 25. Dezember, und vom Freitag, 30. Dezember, bis Sonntag, 1. Januar, sowie am Dreikönigstag, 6. Januar, jeweils von 16 bis 21 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.