WEINFELDEN: Abrissbirne steht auf Abruf bereit

Spaziergängern ist sicher nicht entgangen, dass die Gerüste auf der Baustelle des Schulhauses Elisabetha Hess in Weinfelden verschwunden sind. Tatsächlich will die Implenia die Bauruine so bald wie möglich verschwinden lassen.

Esther Simon
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Die Totalunternehmerin Implenia reisst alle bisher erstellten Bauteile am Schulhaus Elisabetha Hess in Weinfelden ab. Das Gerüst ist bereits weg. (Bild: Donato Caspari)

Die Totalunternehmerin Implenia reisst alle bisher erstellten Bauteile am Schulhaus Elisabetha Hess in Weinfelden ab. Das Gerüst ist bereits weg. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Im Dorf macht ein Gerücht die Runde. Die Totalunternehmerin Implenia Schweiz AG beginne mit dem Abriss aller bisher erstellten Bauteile am Schulhaus Elisabetha Hess im Westen von Weinfelden, und zwar schon am nächsten Montag. Dieses Gerücht kann Reto Aregger, Communications Manager von Implenia, so nicht bestätigen, wie er gestern auf Anfrage der Thurgauer Zeitung sagte. Nur so viel: Die Implenia beginne im Sommer mit den Abbrucharbeiten.

Alles neu erarbeiten

Immerhin müssen das gesamte Tragwerkskonzept, die statischen Berechnungen und Bemessungen der Bauteile sowie die Fundation neu erarbeitet werden. Das hatte die Implenia am 14. Juni so kommuniziert – an dem Tag, an dem sie hatte bekanntgeben müssen, dass sie alle bisher am Schulhaus erstellten Bauteile abreisst. Bereits am 9. März hatte die Implenia einen totalen Baustop verfügt.

Gründe sind bekannt

Die Gründe für den harten Entscheid des Abrisses sind hinlänglich bekannt: Durch Aufschüttungen am Sportplatz und durch das Einbringen von Rüttelstopfsäulen war es zu einer Bodenverflüssigung gekommen, die allerdings weniger mit Wasser zu tun hat als vielmehr mit Kräften, die im Erdreich in Folge dieser Bewegungen zu wirken begannen.

Durch diese Erdbewegungen seien die Tragfähigkeit der Pfähle nicht mehr erfüllt und die Erdbebensicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen, hatte Albert Knaus, Leiter Region Local Zürich/Ost von der Implenia, am 13. Juni erklärt.

Thomas Wieland, Präsident der Weinfelder Primarschulbehörde und Repräsentant der Bauherrschaft, ist froh darüber, dass jetzt dann auf der Baustelle wieder etwas läuft. Wieland geht nach wie vor davon aus, dass das Schulhaus Elisabetha Hess im Sommer 2018 eröffnet werden kann, wenn auch mit einem Jahr Verzögerung.

Antwort von Interesse

Die Implenia will die Öffentlichkeit wieder informieren, so- bald Details über den Abriss der bestehenden Bauteile und das weitere Vorgehen vorliegen. Insbesondere dürfte dann auch die Antwort auf die Frage von Interesse sein, ob im Herbst – dem voraussichtlichen Wiederbeginn der Bauarbeiten – nochmals Pfähle ins Erdreich gerammt werden. Diese Frage hatten Anwohner der Baustelle an der Informationsveranstaltung gestellt, welche die Implenia und Vertreter der Primarschulbehörde und der Baukommission am 16. Juni im «Trauben» veranstaltet hatten.

Risse an den Häusern

Unter den Vibrationen hätten sie sehr leiden müssen, hatte ein Anwohner damals gesagt.

Inzwischen wurden bereits die Gerüste auf der Schulhaus-Baustelle entfernt. Und die Webcam, die alle sechs Minuten aktuelle Bilder von der Baustelle des Schulhauses Elisabetha Hess lieferte, hat vor zwei Tagen ihren Dienst quittiert.