Weihnachtsfreude ins neue Jahr gerettet

Nochmals eintauchen in die freudige Weihnachtszeit: Das war am Sonntagabend in der Kirche St. Stefan möglich. Der zweite Teil von Bachs Weihnachtsoratorium bot ein eindrückliches und besinnliches Musikerlebnis.

Erwin Schönenberger
Drucken
Teilen
Chor und Musiker unter der Leitung von Thomas Haubrich überzeugten. (Bild: Erwin Schönenberger)

Chor und Musiker unter der Leitung von Thomas Haubrich überzeugten. (Bild: Erwin Schönenberger)

AMRISWIL. Für die zahlreichen Besucher des Konzerts vom Sonntag wurde das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach wichtiger als die laute Fasnachtsstimmung, die schon überhand genommen hat. Im akustisch sehr guten Kirchenraum St. Stefan kam Bachs grosses Werk sehr gut zur Geltung.

Während andere Organisatoren Bachs grosses Weihnachtsoratorium mit einem grossen Chor und einem entsprechenden Orchester aufführen, setzte der Amriswiler Kirchenmusiker Thomas Haubrich mit der Cappela Vocale Thurgau und der Camerata Instrumentale St. Stefan bewusst auf eine kleinere Besetzung.

Schon bei Bach war es üblich, seinen grossen Chor und das Orchester aufzuteilen, um so seine Werke gleichzeitig an verschiedenen Orten aufführen zu können. Ein solches Projekt kann aber nur gelingen, wenn man sowohl im Chor wie auch im Orchester und bei den Solisten Musikerinnen und Musiker hat, die ein entsprechendes Können mitbringen. Dies war bei der Aufführung in Amriswil eindeutig der Fall, und so machte es Spass, dem Dirigenten Thomas Haubrich zuzuschauen, wie sicher er die Ausführenden durch das anspruchsvolle Werk führte.

Dank des sehr guten und ausführlichen Programmheftes war es den Besuchern möglich, neben der Musik auch dem Text zu folgen. Die Kantaten 4 bis 6, die traditionell nach Neujahr aufgeführt werden, beschreiben die Beschneidung und Namensgebung Jesu, den Besuch der Weisen mit dem Besuch bei Herodes und den Sieg des Guten.

Bemerkenswert war die Präzision und Aussagekraft, mit der musiziert wurde, und der flüssige musikalische Ablauf. Mit den verschiedenen Erzählperspektiven hat Bach in seinem Weihnachtsoratorium für einen abwechslungsreichen Verlauf gesorgt. Diese Abwechslung wurde am Sonntag noch verstärkt durch spezielle Effekte wie den Echo-Sopran oder den Einsatz besonderer Blasinstrumente wie die Corni da caccia.

Hervorragend besetzt waren auch die Solostimmen mit Suzanne Chappius (Sopran), Liliane Glanzmann (Alt/Mezzosopran), Pascal Marti (Tenor) und Ulf Friedrichs (Bass).

Aktuelle Nachrichten