Wegzappen geplant

Altnau. Die Gemeinde Altnau erwägt, den Signallieferanten für das eigene Kommunikationsnetz zu wechseln. Statt mit der Cablecom schlägt der Gemeinderat eine Zusammenarbeit mit der Regionalen Kopfstation Oberthurgau vor.

Andreas Ditaranto
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Senderwechsel: Flimmern bald Bilder von der Regionalen Kopfstation Oberthurgau in Altnaus Wohnstuben? (Bild: Susann Basler)

Senderwechsel: Flimmern bald Bilder von der Regionalen Kopfstation Oberthurgau in Altnaus Wohnstuben? (Bild: Susann Basler)

Seit dem Frühling 2004 ist das gemeindeeigene Altnauer Kommunikationsnetz (KNA) in Betrieb. Derzeit zähle man etwa 170 Abonnenten. Die Soll-Kundenzahl für einen rentablen Betrieb liege aber bei rund 300 Abonnenten, heisst es in einem Schreiben der Gemeindeverwaltung.

Konzept überprüfen

Der Gemeinderat sah sich deshalb veranlasst, das Konzept zu überprüfen. Es habe sich gezeigt, dass das Angebot des bisherigen Signallieferanten Cablecom in mehreren Punkten nicht vollauf befriedige. Bei der Suche nach attraktiveren Angeboten für KNA-Kunden habe sich schnell ein Anbieter herauskristallisiert: die Regionale Kopfstation Oberthurgau (RKO Signal AG), Amriswil, die von den Signalanbietern der Orte Amriswil, Bischofszell, Romanshorn, Arbon, Weinfelden und Rorschach getragen wird.

Bei Cablecom sei im speziellen das Senderangebot zu wenig attraktiv für einen Umstieg von der eigenen Sat-Anlage. So werde oft nach Tele Diessenhofen gefragt, präzisiert Gemeinderat Roland Widmer, Leiter Ressort Technische Werke, auf Anfrage. Zudem verfüge die RKO über ein breiteres Angebot an analogen Sendern, die ohne zusätzliches Gerät empfangen werden können. Während die RKO an diesem Angebot festhalten wolle, gebe die Cablecom keine verbindlichen Zusagen. Stattdessen werde auf das digitale Angebot verwiesen, wobei der Cablecom-Kunde für den Empfang deren Set-Top-Box mieten muss. Auch der Kundendienst entspreche nicht den Erwartungen. Der Gemeinderat Altnau ist sich den Angaben zufolge einig, dass eine Zusammenarbeit mit der RKO der richtige Schritt in die Zukunft ist. «Die regionale Verankerung dieser Gesellschaft ist für uns ein sehr gewichtiger Punkt», ergänzt Widmer. Zudem verfüge die RKO über eine der modernsten Anlagen. Die Kunden im RKO-Gebiet können ebenfalls von TV/Radio, Internet und Telefonie Gebrauch machen. Aktuell können im RKO-Netz 60 analoge und 120 digitale Fernsehsender empfangen werden. Dazu kommen über 50 Radiosender und vier HDTV-Sender. Sämtliche analogen TV-Sender werden bei der RKO auch digital übertragen, zudem strahle die RKO die digitalen TV-Sender unverschlüsselt aus, wird weiter hervorgehoben. Der Empfang dieser Sender sei im Grundangebot enthalten und könne mit handelsüblichen Geräten getätigt werden ohne zusätzliche Abo-Kosten.

Gemäss Roland Widmer kostet das Grundabo für Radio/TV in Altnau derzeit 22 Franken. Die Preise für Internet und Telefonie werden durch die Cablecom vorgegeben. «Den Preis für Radio/TV werden wir voraussichtlich nicht anpassen. Wir möchten aber interessante Angebote für Nur-Internet- respektive Telefon-Abos ermöglichen. Aufgrund der bei uns verbreiteten Sat-Anlagen sehen wir in diesem Bereich einen potenziellen Markt», führt der zuständige Gemeinderat weiter aus. Es entstünden zwar Mehrkosten in den Bereichen Marketing und Verwaltung, jedoch könne das KNA aufgrund der Preisstrategie der neuen Anbieterin auf bessere Margen und damit einen wirtschaftlicheren Betrieb zählen.

Aktien für die Gemeinde

Die genaue Zusammenarbeit mit der RKO ist laut Widmer noch nicht geregelt. Wie RKO-Geschäftsführer Peter Salvisberg auf Anfrage erklärt, sei vorgesehen, dass die Gemeinde Altnau mindestens eine Aktie erhält und damit auch ein Mitspracherecht erlangt. Der Vertrag mit der Cablecom läuft bis Februar 2009, ein Übertritt zur RKO, die laut Salvisberg rund 26 000 Abonnenten hat, wäre also auf diesen Zeitpunkt hin möglich.

Die Gemeinde Altnau informiert an der Orientierungsversammlung vom 16. Juni über die Neuausrichtung.