Wega verzichtet auf tragbare Toiletten

Die Messeleitung will an der Thurgauer Herbstmesse keine Taschen-WCs verkaufen. Sie glaubt nicht, dass Personen solche Beutel für den Fall der Fälle besorgen. Um öffentliches Urinieren zu verhindern, setzt die Messe lieber auf ihre Respektkampagne.

Esther Simon
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Tragbare Toilette der Firma Adamus aus Halberstadt. (Archivbild: Mario Testa)

Tragbare Toilette der Firma Adamus aus Halberstadt. (Archivbild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Aus und vorbei für den tragbaren Sack – wenigstens in Weinfelden. Die Messeleitung will an der Thurgauer Herbstmesse vom 24. bis 28. September keine portablen Toiletten verkaufen. «Der Einsatz der Toilettenbeutel an der Wega ist leider nicht realistisch», sagt Messeleiter und Geschäftsführer Gregor Wegmüller auf Anfrage der Thurgauer Zeitung. Diese hatte die Messeleitung im vergangenen Herbst darauf aufmerksam gemacht, dass die Wega das Wildpinkeln eventuell mit tragbaren Toiletten in den Griff bekommen könnte.

«Gute Idee»

Erfunden hat das Taschen-WC Geschäftsmann Marc Collinet von der Firma Adamus im deutschen Halberstadt (siehe Kasten). Inzwischen gibt es verschiedene Hersteller und Anbieter von Taschen-WCs für Männer, Frauen und Kinder. Die Thurgauer Zeitung hatte die Produkte der Firma Adamus vorgestellt. «Als wir den Artikel über das tragbare WC am 9. Oktober in der Thurgauer Zeitung lasen, fanden wir die Idee jedenfalls gut», hatte Gregor Wegmüller im vergangenen Herbst gesagt.

Auf der Ideenliste

Tatsächlich hatte es der kleine handliche Beutel auf die Ideenliste für die Wega 2015 geschafft. Zu klären waren ein paar Fragen wie jene nach den Kanälen, über die man das Stille Örtchen an der Wega anbieten könnte. Doch jetzt, nach eingehender Prüfung der Idee, findet die Messeleitung, dass Herstellerfirmen nach wie vor «kein brauchbares Konzept für die Vermarktung und Distribution des Beutels an Grossveranstaltungen» wie der Thurgauer Herbstmesse hätten. «Wir glauben nicht, dass sich das durchsetzen wird und dass Personen sich extra einen solchen Beutel kaufen für den Fall der Fälle», sagt der Messeleiter.

Wega setzt auf Prävention

Die Messeleitung will deshalb an der diesjährigen Wega auf Taschen-WCs verzichten. «Wir setzen lieber auf Prävention, das heisst die Respektkampagne», sagt Wegmüller. Im übrigen habe es genügend Toilettenanlagen während der Messe. Und dann gebe es auch noch die Möglichkeit der Verzeigung durch die Securitas.

Tatsächlich hatte die Messeleitung nach der Wega 2014 etwa 70 Männer und eine Frau wegen Urinierens in der Öffentlichkeit anzeigen müssen.